SP-Moser: Verpatzte Privatisierungen?

SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser kritisiert im "trend", dass durch die jüngsten Privatisierungen weit über 100 Millionen Euro verschleudert wurden.

Wien (OTS) - In der am Montag erscheinenden Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" rechnet SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser der Verstaatlichtenholding ÖIAG penibel vor, wie viel Geld sie in den vergangenen Monaten durch Unbedarftheit, vorschnelle Entscheidungen oder Lockerheit im Umgang mit Gagen&Spesen vergeudet habe:
So seien etwa bei der Voest-Privatisierung die ÖIAG-Aktien (exklusive Mitarbeiteranteil) um knapp 80 Millionen Euro unter den anteilsmäßigen Eigenmitteln des Unternehmens überhastet verkauft worden. Dabei gehe die ÖIAG selbst bei ihrer Voest-Umtauschanleihe von einer Kurssteigerung von 27 Prozent bis 2006 aus.
Die beiden Umtauschanleihen auf voestalpine- und Telekom-Aktien seien außerdem sehr komplizierte und teure Instrumente der Kreditfinanzierung, deren Kosten zum jetzigen Zeitpunkt wegen des Kursrisikos noch gar nicht abschätzbar seien. Ungewöhnlich sei auch, dass die ÖIAG den Anleihezeichnern Anspruch auf die Dividenden gewähre.
Weitere 13,5 Millionen Euro habe die ÖIAG beim Verkauf der VA-Tech-Aktien liegen gelassen, indem sie zu einem Stückpreis von 24,6 Euro - 10,4 Euro unter dem von BA-CA-Analysten genannten Kursziel - verkauft habe.
Beim Verkauf des Postbus an die ÖBB hätte sich die Verstaatlichtenholding geschätzte 3,5 Millionen Euro an Transaktionskosten ersparen können, wenn sie den einen Staatsbetrieb - wie sonst üblich - einfach per Gesetzesauftrag an den anderen Staatsbetrieb übertragen hätte.
Und ausgerechnet jenes Management, das für diese Flops verantwortlich sei, komme die Steuerzahler - auf drei Jahre gerechnet - laut Rechnungshofbericht nun um insgesamt sieben Millionen Euro teurer als die alte ÖIAG-Führung.
Die eigentlichen Schuldigen ortet Moser allerdings in der Bundesregierung, die diese Geldvernichtungsaktionen durch ihre konzeptlose Industriepolitik erst ermöglicht habe: "Statt dessen bräuchten wir dringend den Aufbau einer Industrieholding nach dem bewährten Public-Private-Ownership-Prinzip zur Wahrung der österreichischen Interessen sowie einer Infrastrukturholding, die dem Wirtschaftsstandort Österreich die Infrastruktur sichert."

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