Blind: Menschenunwürdige Zustände in Wiener Pflegeheimen – Pittermann muss zurücktreten

Wien, 2003-09-24 (fpd) – "In den Wiener Pflegeheimen (sprich Geriatriezentren Lainz, Baumgartner Höhe und Baumgarten) ist es unleugbar zu katastrophalen Zuständen gekommen. Diese menschenunwürdige Behandlung hat sicher nicht zur Bewahrung und Verlängerung des Lebens der Patienten beigetragen. SP-Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann wurde von vielen Missständen informiert und hätte durch Kontrollen diese überprüfen und abstellen müssen. Sie hat jedoch ihre Aufsichtspflicht nicht entsprechend wahrgenommen und soll daher sofort zurücktreten", so heute der Wiener FPÖ-Gemeinderat Kurth-Bodo Blind. ****

Die Missstände haben viele Ursachen, die sich letztendlich in Fehlhandlungen vom Personal äußern. Denn das Pflegepersonal könnte viel effizienter seiner Tätigkeit nachkommen, wenn neben dem Personalmangel wenigsten die übrigen Rahmenbedingungen besser wären.

Das Pflegeheim Baumgarten wird derzeit umgebaut und modernisiert. In diesem Zusammenhang wurde Pittermann vom Abgeordneten Blind persönlich gebeten dafür Sorge zu tragen, dass zu jedem Tisch am Gang auch eine Klingel installiert wird, damit die Patienten von diesem Ort aus, wo sie sich stundenlang aufhalten (Essen, Lesen, Fernsehen) auch für sich und andere Hilfe herbeiholen können.

In der Bezirksvertretung Penzing wurde ein Antrag der FPÖ eingebracht bei den neuen Liftwartehäuschen auch Vor- bzw. Flugdächer vorzusehen. Dieser Antrag wurde von Frau Stadträtin Pittermann negativ beantwortet. Nun werden die betagten Heiminsassen weiterhin bei Regen und Schnee im Freien ungeschützt in Fahrtendienstwagen und PKW`s geladen.

In Baumgarten sind Männer mit Frauen gemischt auf einer Abteilung untergebracht. Dies führt bei teilweise dementen Patienten zu Horrorszenen. Männer laufen mit oder ohne Windel mit nacktem Unterkörper am Gang vor den Frauen. Dabei sind einzelne auch noch angekotet. Patienten oder Besucher müssen zwei bis drei mal die Woche die Schwestern/Pfleger um Hilfe rufen. Ohne Klingeln können dies die Patienten aber nicht leicht. Rufen nützt nichts, da die Türe zum Schwesternzimmer geschlossen ist.

Weiters werden ganz selten aber doch die Patienten aus Personalmangel um 15 Uhr ins Bett gebracht. Selten aber durchaus üblich werden die Patienten um 17 Uhr ins Bett gebracht. Ab 18 Uhr sind nur jene Patienten am Gang - dieser ist zugleich der Aufenthalts- und Fernsehraum - die sich heftig und entschieden dagegen wehren früher ins Bett gebracht zu werden.

Weitere Mängel: Auch schwer Pflegebedürftige werden aus Personalmangel bisweilen nur von einer Pflegekraft ins Bett gebracht oder im Stehen gewickelt, viele Patienten bekommen Windeln auch wenn sie diese medizinisch gar nicht brauchen. Den Patienten werden Windel sehr oft nur turnusmäßig gewechselt. Sind die Windeln nass oder angekotet sind Wartezeiten von einer halben Stunde bis zu einer Stunde üblich. Psychotherapeuten und Physiotherapeuten sind zwar bestens motiviert aber viel zu wenig für die Masse der Patienten vorhanden.

Die heutige Wiener SPÖ hat mit allen vorangegangenen sozialistischen Stadtregierungen diesen personellen, finanziellen und baulichen Zustand seit 60 Jahren herbeigeführt. Stadträtin Pittermann hat versagt und muss abtreten. (Schluss)

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