Kooperation zwischen Friaul und Kärnten wird massiv vorangetrieben

LH Haider: Großes Interesse an Sanierung der Naßfeldstraße Bilaterale Gespräche mit vielen Ergebnissen

Klagenfurt (LPD) - Kärnten und Friaul rücken enger zusammen. Die Kooperation zwischen Friaul-Julisch Venetien und Kärnten werde nachhaltig gestärkt, betonte heute Landeshauptmann Jörg Haider bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten der Region Friaul-Julisch Venetien, Riccardo Illy, im Anschluß an bilaterale Regierungsgespräche im Warmbaderhof in Villach. Die zahlreich laufenden Interreg-Projekte zeigen gute Ergebnisse, gab sich der Landeshauptmann sehr zufrieden.

Einen wichtigen Punkt bildete das Thema Verkehrsinfrastruktur und im besonderen die zuletzt bei den Unwettern zerstörte Nassfeldstrasse auf italienischer Seite.

Kärnten habe dafür ein Sanierungsprojekt vorgelegt und nun seien die Geologen am Zug, festzustellen ob es umsetzbar ist. Infolge einer großen Hangrutschung drohe Gefahr, die gebannt werden müsse. Schon in wenigen Wochen würde Klarheit über die notwendige Sicherheit herrschen. Jedenfalls seien alle sehr interessiert daran, die Straße auf das Wintersportzentrum Nassfeld wieder bis zum Winter provisorisch in Stand setzen zu können, so Haider. Das Projekt werde auch über den Bundeskanzler bei der römischen Regierung vorgeschlagen. Mit den baulichen Maßnahmen könnte im Herbst begonnen werden. Es würden jedenfalls maximale Anstrengungen unternommen, um diese wichtige Verbindung wieder herzustellen.

Der Landeshauptmann betonte, dass der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur vorangetrieben werden müsse. Die Bahnanschlüsse an die Pontebbana sowie der Ausbau der Koralmbahn sollten beschleunigt werden. Man wolle im Ausbau schneller sein als der geplante EU-Korridor, so Haider. Übereinstimmung gab es heute auch dabei, das Seilbahnprojekt auf das Nassfeld zu verwirklichen bzw. zu beschleunigen.

Als ein wichtiges gemeinsames Projekt könnte ein gemeinsames Haus von Friaul, Kärnten, Steiermark und möglichen weiteren Partnern in Brüssel entstehen. Wie Illy sagte, gebe es eine Kaufoption seitens Friaul. Nach einem Kauf habe man großes Interesse, auch Nachbarländer wie Kärnten darin zu beherbergen.

Weiters wurde festgestellt, dass Kärnten und Friaul ein gemeinsames Gesundheitsnetz aufbauen werden, die Behandlung von Patienten soll wechselseitig möglich sein. Geplant sei außerdem ein gemeinsames Netzwerk für den Katastrophenschutz zu installieren. Einen direkten Draht zwischen den Regierungen in Kärnten und Friaul soll es künftig gebe, um in Katastrophenfällen rasch kooperieren zu können.

Einigung gibt es auch hinsichtlich einer gemeinsamen Tourismuswerbung in Osteuropa im Rahmen des Projektes "Destination Südalpen."

Illy sagte, dass man gemeinsam mit den Nachbarregionen Kärnten, Slowenien, Istrien und Veneto eine Euro-Region aufbauen wolle. Auf der Ebene von Gebietskörperschaften könnten umfassende Kooperationen geschlossen und einheitliche Entscheidungen getroffen werden. Haider ergänzte, dass solche Regionen zielführend über konkrete Projekte wie beispielsweise jenes der gemeinsamen Friedensinitiativen von Kärnten und Friaul oder dem grenzüberschreitenden Fest der Begegnung oder im Rahmen von Verkehrsinfrastruktur aufgebaut würden. Die bilateralen Friedensinitiativen werden weiter fortgesetzt, wünschte sich Haider im Hinblick etwa auf Jugendliche aus den umkämpften Gebieten in Israel bzw. Palästina.

Landeshauptmann und Illy sprachen weiters von der Kooperation im Bereich von Stromimporten, was durch eine 110 KV-Leitung nach Friaul ermöglicht werden sollte. Auch das Native-Speaker-Programm werde ausgeweitet, wozu Illy Gespräche in Wien führen wird. Der zweisprachige Unterricht (Deutsch- Italienisch) sollte vermehrt regulär werden. Hier betonte Illy, dass er auch bemüht sei, die deutsche Minderheit und deutsche Sprache in Friaul zu fördern, was gesetzlich vorgesehen bzw. möglich sei.

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