Aktionen zum Autofreien Tag 2003 und zur Mobilitätswoche 2003 "Barrierefreie Mobilität" für Europa

Wien (OTS) - Am Dienstag, dem 16. September, eröffnete Umweltkommissarin Margot Wallström in Brüssel die europäische Woche der Mobilität (16.-22.9.2003). Dabei wird heuer besonders der europaweite Schwerpunkt "Accessibility - barrierefreie Mobilität" hervorgehoben. Nicht eine Behinderung an sich, sondern inwieweit behinderte Menschen durch die Rahmenbedingungen, insbesondere durch den Verkehr, integriert oder ausgegrenzt werden, mache sie zu Behinderten, betonte Wallström.

Behinderte, alte Menschen und Kinder sollen Maßstab der Verkehrsplanung sein und somit Mobilität für alle ermöglichen.

Schwerpunkt in Österreich: "Autofrei zur Schule" WAS UNSERE STÄDTE UND GEMEINDEN SO ALLES PLANEN ...

In vielen österreichischen Gemeinden stehen dieses Jahr - gemäß dem Motto "Autofrei zur Schule" - die Jugend im Mittelpunkt des Autofreien Tages. Kinder sind schließlich unsere Verkehrsteilnehmer der Zukunft - und die Grundlagen für eine umweltbewusste Mobilität werden heutzutage schon sehr früh gelegt. Nicht selten sind aber gerade die Schulen selbst starke Verkehrserreger - obwohl viele Schüler ohnehin lieber zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren würden.

Die Aktivitäten in den Landeshauptstädten:

Langjähriges Musterbeispiel für eine engagierte Klimabündnis-Gemeinde ist die Stadt Salzburg. Dort wird das bewährte Konzept der letzten Jahre fortgesetzt: Am Samstag davor, dem 20. September, steht autofreies Einkaufen im Mittelpunkt: ein zwei Kilometer langer Straßenzug, der von der Altstadt in den Stadtteil Maxglan führt, wird autofrei gemacht. Die Neutorstraße und die Maxglaner Hauptstraße sind autofrei erlebbar - damit entsteht Freiraum für sportliche und kulturelle Aktivitäten. Und auch die Maxglaner Wirtschaft nützt den Tag, um für ihre Angebote zu werben. Der Salzburger Stadtbus kann den ganzen Tag zum Nulltarif verwendet werden. Viele Aktionen sind in der Salzach-Metropole geplant: Vor dem Festspielhaus präsentieren sich die "Mercedes Benz-Classic-Days" mit sage und schreibe 230 historischen Mercedes-Automobilen der Baujahre 1925-1983 - ein deutliches Signal der Stadtgemeinde, dass der Autofreie Tag nicht ausschließlich der Verhinderung des Autos dienen soll.

In ein durchkomponiertes Arrangement multimedialer Darbietungen taucht man bei der "Licht- und Klangwelt Neutor" ein. In der Neutorstraße wird bei einem Seifenkistenrennen um Punkte gekämpft -und auch ab in die Luft geht es dort: "caro bungee, bungee running und human table soccer" sind angesagt! Gemütlich-gesellig wird es in der Maxglaner Hauptstraße - mit einem bunten Unterhaltungsprogramm und viel Musik.

Dem heurigen Themenschwerpunkt "Autofrei zur Schule" entsprechend wurden überdies alle mittleren und höheren Schulen im Bundesland eingeladen, sich am Ideenwettbewerb "SchülerInnen planen Mobilität mit Zukunft" zu beteiligen. Mehrere Volksschulen beteiligen sich an der Klimabündnis-Aktion "Wir sammeln grüne Meilen." In der Rudolf-Steiner Schule in Salzburg wird es einen Aufruf geben, dass an diesem Tag weder Schüler, noch Eltern, noch Lehrer mit dem Auto zur Schule kommen, sondern vielmehr Erfahrungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machen sollen. Diese werden gesammelt und gemeinsam reflektiert.

In Graz geht der 1999 ins Leben gerufene europäische Aktionstag heuer in der oberen Neutorgasse zwischen Andreas-Hofer-Platz und Murgasse über die Bühne. Ein gut gewählter Ort - sind doch weitere Überlegungen zur Umgestaltung dieses Bereichs in eine attraktive Flanierzone geplant. Und erst kürzlich wurde ein Bürgergutachten zu diesem Thema durchgeführt.

Neben zahlreichen Informationen über Alternativen zum Auto gibt es auch heuer wieder ein abwechslungsreiches Programm, das von Gewinnspielen über ein eigenes Kinderprogramm bis hin zu speziellen Überraschungen der Geschäftsleute der oberen Neutorgasse reicht. Mit von der Partie ist auch die GVB-Bigband und - als besonderes Highlight - ein Wahrsager.

Die Bundespolizeidirektion führt an diesem Tag zwischen 12.00 und 16:00 Uhr im Aktionsbereich kostenlose Fahrradcodierungen durch. Wer also sein Rad gegen Diebstahl schützen will, der kann es amtlich kennzeichnen lassen. Alles was man dafür braucht sind Lichtbildausweis und Meldezettel. Damit man auch richtig sicher unterwegs ist, werden eigene Fahrradchecks durchgeführt.
Die Stadt Graz unterstützt den autofreien Tag wie jedes Jahr mit Bus und Tram zum Nulltarif!

In Klagenfurt sind folgende Straßen und Plätze für den Autoverkehr gesperrt: die Pernhartgasse (ab Dr. Hermann Gasse bis Karfreitstraße), die Burggasse (ab Domgasse bis Rathaus) und die 10. Oktober-Straße (ab 8.-Mai-Straße).

Auf dem Neuen Platz und auf dem Heiligengeistplatz warten unter anderem folgende Aktionen auf die Besucher: ein Bio-Bauernmarkt mit Freiluft-Restaurant (Gewinnspiel!), eine Präsentation der Verkehrsunternehmen mit Vorstellung der neuesten Busse, eine Codierungsaktion für Fahrräder, Feuerwehrübungen, eine Fahrradsegnung, Stadtführungen, Lärmmessungen, ein Klimaquiz für Schulklassen und andere kluge Köpfe sowie Sportveranstaltungen von KLC und Kärntner Rollsportverband: Letzterer misst die Geschwindigkeit von Sprintern und Skatern. Tolle Preise warten auf die Schnellsten jeder Altersklasse!

In Bregenz werden am Autofreien Tag alle von der blauen Stadtbusflotte erzielten Beförderungseinnahmen für einen sozialen Zweck reserviert. Wer sein Kraftfahrzeug stehen lässt und stattdessen eine Stadtbus-Fahrkarte löst, zahlt automatisch in einen Spendentopf ein - aus dem wiederum Stadtbus-Jahreskarten für bedürftige Bregenzer Mitbürger finanziert werden.

Das Jugendservice der Stadt Bregenz und "aha" ("Tipps und Infos für Junge Leute") organisieren die Aktion "Fahr Rad": In Zusammenarbeit mit den Fahrradhändlern werden an verschiedenen Orten Fahrradchecks durchgeführt: Einstellungen die rasch erledigt werden können, werden an Ort und Stelle durchgeführt - bei gröberen Mängeln und einem gewünschten Fahrrad-Service bekommt die Person einen 10%-Ermäßigungs-Gutschein. Außerdem verteilen Jugendliche Lose an alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fuß oder dem Rad unterwegs sind (mit Sofortgewinn-Chance!). Und auch das Bundesheer in Vorarlberg macht mit - unter dem Motto "Anstatt mit Pferdestärken per Drahtesel in die Kaserne kommen..."

Linz richtet am 22. September eine autofreie Zone in Urfahr ein. Dort wird’s rund gehen: Für Unterhaltung sorgen - neben Live-Acts auf

der ORF Bühne - auch Kreativstationen, Kletterwand, Gleisfahrrad, Streichelzoo, Basketball, Spielplatz und mehr.

Der Startschuss für den Autofreien Tag in Innsbruck erfolgt um 14.00 Uhr mit dem "Vorbeirattern" einer Nostalgie-Straßenbahn. Nach der Vorstellung der "Grüne Meilen Kampagne (Auf Kinderfüßen durch die Welt)" werden alle mitwirkenden Vereine vorgestellt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen auch hier die Schulen: Jene Klassen, die die meisten Grünen Meilen sammeln konnten, können unter anderem ein Eintritt in den ALPENZOO für eine ganze Klasse samt Führung durch die Zooschule gewinnen. Weitere Highlights: Fahrrad-Check,"Wasserlauf", Tastparcours, Kletterturm, Schmink-Station, Papierschöpfen und mehr.

Auch Passanten werden immer wieder zu ihrer Meinung befragt und interviewt. Die Kooperationspartner sowie die Sponsoren werden immer wieder zwischendurch erwähnt!

Die burgenländische Metropole Eisenstadt veranstaltet einen Aktionstag rund um das Fahrrad und eröffnet einen neuen Radweg.

Auch die Bundeshauptstadt Wien glänzt mit einer breiten Palette an Veranstaltungen zum Autofreien Tag, die von den einzelnen Bezirken veranstaltet werden. Schon an den beiden Tagen vor dem Autofreien Tag (Samstag und Sonntag) wird im Rahmen der großen Feierlichkeiten zu "100 Jahre Wiener Linien" auf den Grundgedanken der Klimabündnis-Aktion eingegangen - wie auch in Radio und TV-Spots, in denen die Wiener zur Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel motiviert werden.

Interessante Aktivitäten in den Gemeinden:

Neben den Landeshauptstädten beteiligen sich weiters österreichweit an die 170 Gemeinden am Autofreien Tag - sei es mit kleinen oder umfangreichen Maßnahmen oder mit Synergieeffekten durch gemeindeübergreifende Kooperationen.

Die Verkehrspargemeinden im Wienerwald nutzen den diesjährigen europaweiten Autofreien Tag für eigene Verkehrspar-Aktivitäten und zur breiten Bekanntmachung des Projektes "Verkehrsparen Wienerwald".

Kufstein/Tirol kombiniert den Almabtrieb mit Informationen über die Vorteile der landwirtschaftlichen Nahversorgung und die dadurch ersparten Transportkilometer, Bezugsadressen werden verteilt; dies soll zu einer fixen Einrichtung werden. In Rum/Tirol findet unter dem Motto "belebte Straße" der Unterricht auf den autofreien Straßen statt, es gibt eine Jause ausschließlich aus Produkten der Gemeinde. Schwaz/Tirol zeichnet den beliebtesten Busfahrer aus, der über Wahlzettel und Wahlurnen in den Bussen gewählt wird.

In der Region Vorderland/Vorarlberg wird das Sammeln von grünen Meilen auf die Gemeindeämter ausgeweitet; Personen die autofrei zum Gemeindeamt kommen, dürfen wie auch die Schüler grüne Meilen kleben. In Mäder/Vorarlberg wurden schon vor der Mobilitätswoche grüne Meilen gesammelt: Pro umweltfreundlich zurückgelegtem Weg durften die Kindergartenkinder einen Stein anmalen, die dem Bürgermeister in Form einer Sonne auf dem Asphalt präsentiert wurde - natürlich inmitten einer autofreien Straße. In Röthis/Vorarlberg veranstaltet man die "Aktion Zebrastreifen", wo die Schüler schätzen, wie viele Autofahrer beim Zebrastreifen stehen bleiben.

In Bischofshofen/Salzburg findet ein Wettrennen mit unterschiedlichsten Verkehrsmitteln nach dem Motto "wer ist schneller" statt. In Kuchl/Salzburg erhalten alle, die autofrei zur Schule oder zur Arbeit kommen, einen Apfel als Dankeschön und Infos zum Autofreien Tag. Hallwang/Salzburg veranstaltet ein autofreies Dorffest und eine Begehung der Gemeindegrenzen. In Grödig/Salzburg findet der Wandertag ausschließlich zu Fuß statt.

In Ansfelden/Oberösterreich erarbeiten Schüler einen Sinnenfolder, mit allem was am Schulweg wahrgenommen wird. In Gallneukirchen/Oberösterreich werden die Fahrradbeleuchtungen gratis von der Gemeinde nachgerüstet. Ottensheim/Oberösterreich veranstaltet eine Wette wie viele Radfahrer fahrend in einen Kreisverkehr passen -man schätzt über 100 Radfahrer anstatt einiger Autos. Puchenau/Oberösterreich erklärt die Zufahrt zu einer Schule für eine Woche zur autofreien Zone. In Rohrbach /Oberösterreich bildet man Gehgemeinschaften.

Grimmenstein/Niederösterreich führt eine unübliche Aktion durch:
alle die an diesem Tag am Rathausplatz ihr Auto abgeben erhalten eine Belohnung - das Auto darf erst wieder am nächsten Tag abgeholt werden. In Pressbaum/Niederösterreich wird der Radfahrer des Monats ausgezeichnet, der aus zahlreichen das ganze Monat hindurch fotografierten Radfahrern verlost wird. Bruck an der Leitha testet heuer eine autofreie Siedlungsstraße, Bisamberg/Niederösterreich eine autofreie Zone vor der Schule.

Oberwart/Burgenland plant die Aktivitäten gemeinsam mit der ungarischen Partnerstadt Steinamanger/Szombathely. In Mörbisch/Burgenland werden alle Bewohner aufgerufen, auch über den 22. September hinaus öfter das Auto stehen zu lassen.

Erfolg der Kampagne "Auf Kinderfüßen durch die Welt" übertrifft schon jetzt alle Erwartungen:

In Ansfelden/Oberösterreich beteiligen sich alle 3 Volksschulen mit insgesamt 36 Klassen und fast 800 Schülern an der europäischen Woche der Mobilität.

Zahlreiche Bürgermeisterwetten werden - dem Beispiel der Stadt Löhne folgend - abgeschlossen. So wette etwa der Welser Bürgermeister, dass die Welser Volksschüler es nicht schaffen, 2.000 grüne Meilen zu sammeln. 1.400 Welser Volksschulkinder beteiligen sich daran.

Der Autofreie Tag wird von vielen Schulen genutzt, um die gesammelten Kindermeilen zu überreichen...

Weitere Informationen zum europaweiten Autofreien Tag bei

Rückfragen & Kontakt:

Klimabündnis Österreich
office@klimabuendnis.at
Tel. 01/5815881 oder 0664/3361348
http://www.klimabuendnis.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0011