Migration - eine Chance für Städte 2

Andersson fordert Stadtbürgerschaft für alle

Wien (OTS) - Am Freitag, dem letzten Tag der Metropoliskonferenz
im Wiener Rathaus, erläuterte der Vize-Bürgermeister und Stadtrat für Arbeit und Integration der Stadt Malmö, Kent Andersson, die Chancen und Problematik des Verhältnisses zwischen Stadt und Staat.

Der Vize-Bürgermeister der schwedischen Stadt sprach sich für eine für eine StadtbürgeInnenschaft für alle BewohnerInnen aus. "Man kann sich durchaus als Londoner fühlen, aber nicht als Brite", veranschaulichte der Stadtpolitiker diese Forderung. Das kommunale Wahlrecht für EinwanderInnen sollte demnach so selbstverständlich sein, wie etwa die Rechte, auf Bildung und alle soziale Dienstleistungen.

Andersson, der auch Vorsitzender des Sozialausschusses der Eurocities ist, sich darüber hinaus mit der Unterschiedlichkeit zwischen Staat und Stadt auseinander. Der schwedische Kommunalpolitiker wies darauf hin, dass der Staat sich oftmals der "Tyrannei des Durchschnittes" unterwerfen. Er führte dabei aus, dass insbesondere in Bezug auf die Migration- und Integrationspolitik zunehmend konfliktive Situationen zwischen den Bedürfnissen der Stadtgesellschaften und des Staates entstehen. Als Konsequenz daraus forderte Andersson eine verstärkte Kooperation zwischen den Städten über die nationalen Grenzen hinweg, da die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf dieser Ebene wesentlich besser vergleichbar wären. Somit können auch im Sinne von Best Practices Austausch kreative Lösungen gefunden werden. Andersson unterstrich in diesem Zusammenhang nochmals die Notwendigkeit.

Auch bei verschiedensten Problemen auf dem Arbeitsmarkt könne man nicht vom Staat auf die Stadt schließen. So nehme die "Veralterung" der Gesellschaft im Staat zu, aber die Bevölkerung in der Stadt werde im Vergleich jünger, erklärte Kent Andersson an Hand "seiner" Stadt Malmö. Diese Entwicklung führe er vor allem auf die Zuwanderung zurück. Die Stadt sei hier im Vorteil, da die "Veralterung" massive Wirtschaftsprobleme mit sich bringe.

Abschließend nahm der schwedische Kommunalpolitiker erneut Bezug auf die in der Vielfalt in der Stadtgesellschaft vorhandenen Resourcen. Ein großer Teil der Stadtbevölkerung beherrsche so Andersson die schwedische Sprache nicht ganz perfekt. Ein genauso großer Tei der BürgerInnen von Malmö, wo Menschen aus 165 unterschiedlichen Nationalitäten leben, spreche aber mindestens eine Sprache perfekt, betonte Andersson. Diese Tatsache gelte es als Vorteil für die Gesamtstadt zu begreifen und daraus positive Impuls für die Zukunft zu schöpfen, sagte der Vize-Bürgermeister von Malmö. (Schluss) gph

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