Verzetnitsch: "Kein österreichischer Kernaktionär!"

Volkswirtschaftlich verantwortungslose Verschleuderung der Voestalpine

Wien (OEGB).: "Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Eine österreichische Kernaktionärslösung wurde von der Regierung weder angestrebt - geschweige denn verwirklicht. Damit gibt es für die voestalpine langfristig keine Sicherheit, dass sie nicht von einem Konkurrenten übernommen wird." Das erklärte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch am Freitag in einer ersten Reaktion auf den Voest-Verkauf. ++++

"Entweder haben sich österreichische Interessen beim Verschleudern der Voest nicht durchgesetzt oder die Ankündigungen der Regierung bezüglich einer österreichischen Kernaktionärsschaft waren eine bewusste Beruhigungsstrategie", kritisiert Verzetnitsch.

Nur eine österreichische Kernaktionärsschaft der öffentlichen Hand hätte ermöglicht, dass elementare und langfristige Interessen heimischer Arbeitsplätze und Wertschöpfung so wie bisher mitbestimmbar bleiben. "Mit dem Kernaktionär ÖIAG wurde die voestalpine zu einem international renommierten Vorzeigebetrieb. Durch diese öffentliche Rückendeckung konnte auch die schwere internationale Stahlkrise der Erfolgstory des Unternehmens keinen nachhaltigen Schaden zufügen", so Verzetnitsch. Während andere zusperren wollten, hatte der öffentliche Eigentümer eine langfristige Perspektive. Mit den aktuellen Verkaufsmaßnahmen wird aber eine offensive Wirtschaftspolitik, die in qualitative Arbeitsplätze und nationale Unternehmen investiert und welche die historische Chance der Ostöffnung nützen möchte, dauerhaft erschwert.

Der ÖGB-Präsident empfiehlt der Regierung, sich ein Vorbild an Bayern zu nehmen. Im CSU-dominierten Bayern, dem industriellen Vorzeige-Land unserer Regierung, hält die öffentliche Hand wesentliche Eigentumsanteile an Industrieunternehmen - auch an Stahlwerken - wenn es im Interesse des Landes gelegen ist.

ÖGB, 19. September 2003
Nr. 762

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