Mehr Mut für einen nachhaltigen Kapitalmarkt

Bank Sarasin initiiert Diskussionsforum

Zürich/Basel (OTS) - Experten aus Verbraucherschutz, Wirtschaft, Forschung und Bankenwelt haben anlässlich eines Round Tables der Schweizer Bank Sarasin mehr Mut für einen nachhaltigen Kapitalmarkt gefordert. In der lebhaften Diskussion am Dienstag in Zürich stellten die Teilnehmer übereinstimmend fest, dass die Transparenz von nachhaltigen Bewertungsmaßstäben eine Voraussetzung sei, um das Vertrauen der Anleger in diese Anlageform zu stärken. Die Forderung von Verbraucherseite, eine Informationspflicht der Unternehmen gesetzlich zu verankern, stieß bei den Wirtschaftsvertretern jedoch auf Skepsis.

Einem hohen Sympathiewert für nachhaltige Kapitalanlagen unter den Anlegern steht eine große Zurückhaltung bei konkreten Anlageentscheidungen gegenüber. Der Marktanteil von nachhaltigen Finanzdienstleistungen in Europa ist trotz deutlicher Zuwächse weiterhin gering. Die fehlende Vergleichbarkeit von nachhaltigen Anlageprodukten sei ein Manko für einen größeren Erfolg dieser an zukünftigen Generationen ausgerichteten Anlageform, beklagte Deutschlands oberste Verbraucherschützerin Edda Müller. "Wir begrüßen die Bekenntnisse der Unternehmen zur Nachhaltigkeit. In der Praxis existieren jedoch oftmals Widersprüche", erklärte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (vzbv), Berlin. So leisteten die Wirtschaftsvertreter in Deutschland zum Beispiel energischen Widerstand gegen das von der Bundesregierung initiierte Verbraucherinformationsgesetz. Das Gesetz sollte den Verbrauchern Einblicke in die Unternehmenspolitik und Informationen über sozial- ökologische Faktoren bei der Herstellung von Produkten geben. "Einige Bereiche der Wirtschaft haben ihre Interessenlage noch nicht verstanden: Wer Vertrauen schaffen will, muss Transparenz sichern", resümiert die engagierte Verbraucherschützerin.

Diese Forderung ergänzte Franz K. von Meyenburg, Vorstand der Bank Sarasin & Cie AG, indem er explizit auf die wichtigen Impulse hinwies, die von der Wirtschaft ausgehen müssten: "Wir sehen in einem breiten Informationsangebot der Unternehmen eine wesentliche Voraussetzung für mehr Transparenz und mehr Vertrauen", erklärte von Meyenburg. Grundsätzlich sei aber von allen Beteiligten mehr Mut bei der Entwicklung eines Marktes für nachhaltige Geldanlage notwendig. Dazu gehöre auch, dass man sich gegenüber den Anlegern nicht hinter fachspezifischem Vokabular verschanze. "Wir sprechen oft über finanztechnische Instrumente und selten über die Ziele von nachhaltiger Geldanlage",fügte Andreas Knörzer, Leiter Sustainable Investment der Bank Sarasin, hinzu.

Dass sich der Mut zur Nachhaltigkeit für Unternehmen auch ökonomisch auszahle, unterstrich Stefan Schaltegger, Leiter des Centre for Sustainability Management an der Universität Lüneburg. Unternehmen, die sich mit ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten seriös auseinander setzten, seien glaubwürdiger als solche, die opportunistisch handelten. "Heute wird ein immer größerer Anteil des Unternehmenswertes durch qualitative Aspekte wie Markenwert und Unternehmensreputation bestimmt", betonte Schaltegger. Bei opportunistisch handelnden Unternehmen und Finanzinstituten bestehe dagegen immer die Gefahr, dass "sie mich als Kunde und Investor übers Ohr hauen."

Aus diesem Grund kommt nachhaltigen Managementkonzepten große Bedeutung bei der strategischen Unternehmensführung zu. Dies gilt speziell in sensiblen Branchen, wie beispielsweise Pharma und Gesundheitswesen, wo das Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Anbieter wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen hat. "Es ist ein strategisches Ziel unseres Unternehmens, von der Gesellschaft als führendes Unternehmen auch auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit anerkannt zu werden", erklärte Martin Tanner, Leiter Corporate Citizenship von der Novartis International AG.

Die Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensstrategie zeige sich gerade in der Krise. "Nachhaltigkeit ist Zukunftsfähigkeit und genießt damit vor allem in Krisenzeiten erhöhte Aufmerksamkeit. Sie weckt Hoffnungen und motiviert dazu, das Konzept zu übernehmen", bestätigte Michael Bahn, Direktor Corporate Sustainability Management der Henkel-Gruppe, Düsseldorf. Gerade der in der Nachhaltigkeit angelegte, offene Dialog mit allen Zielgruppen helfe, die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und Innovationen gezielt zu entwickeln. Damit wird nicht nur das Vertrauen der Kunden gewonnen, sondern für die Unternehmen eröffnen sich auch neue Marktchancen.

ots Originaltext: Bank Sarasin & Cie AG

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