Greenpeace: USA bekommen jetzt die Rechnung für falsche Klimapolitik

USA bleiben einzige Industrienation außerhalb des Kyoto-Protokolls

Wien/Washington (OTS) - Während US-Präsident Bush noch rechtzeitig vor dem Hurrikan Isabel nach Camp David fliehen konnte, wird die USA erneut von den Folgen des weltweiten Klimawandels heimgesucht. Nach der baldigen Ratifikation des Kyoto-Protokolls durch Russland werden die USA die größte und letzte Industrienation der Welt sein, die sich dem Klimaschutz weiterhin verweigert. "Sie sehen die Zeichen des Klimawandels jetzt sogar deutlich im eigenen Land", verweist Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer auf den katastrophalen Hurrikan "Isabel", der derzeit im Osten der USA tobt. Greenpeace fordert die USA auf, endlich dem Kyotoprotokoll sofort bei zu treten.

Nach der Ratifikation durch Russland sind mehr als 55 Prozent der Staaten und mehr als 55 Prozent der Emissionen der Industriestaaten im Kyotoprotokoll erfasst und somit kann es bald in Kraft treten. Auch Österreich ist damit ab diesem Zeitpunkt völkerrechtlich verpflichtet seine Treibhausgase von 1990 bis 2010 um 13 Prozent zu reduzieren, ist davon aber derzeit noch weit entfernt. Die USA wären zu sieben Prozent zu einem Abbau ihrer Treibhausgase bis 2010 verpflichtet. Sie haben das Kyoto-Protokoll aber nur unterzeichnet, wollen es aber nicht ratifizieren. Damit sabotieren die USA, die der größte Produzent der Treibhausgase weltweit sind, die Bestrebungen, die weltweite Klimakatastrophe zu verhindern.

Hinter diesem Ausstieg der USA aus dem Klimaschutz stehen die Interessensvertretungen der großen Energie-, Chemie- und Autokonzerne, z.B. die Clobal Climate Coalition, angeführt und maßgeblich finanziert vom größten fossilen Energieriesen (Exxon-)ESSO-Mobil, der nach wie vor die US-Regierung finanziell unterstützt um die USA von der Ratifikation des Kyoto-Protokolls abzuhalten. "Entscheiden Sie sich endlich für die Zukunft der Menschen in Ihrem eigenen Land und gegen die Profitinteressen ihrer Geldgeber, Mr. Bush!" fordert Greenpeace ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz in der US-Energiepolitik.

Nachdem die US-Klimawissenschaft bis vor einigen Jahren noch weitgehend an der menschlichen Verursachung des derzeit stattfindenden globalen Klimawandels gezweifelt hat, reiht sie sich jetzt in den internationalen Konsens ein - repräsentiert durch das UN-Gremium des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Selbst die regierungsnahe NASA betont in einer aktuellen Studie die abnehmende CO2-Aufnahmefähigkeit der Meere und prophezeit damit einen noch rascheren Kimawandel, sollte es nicht zum verstärktem Klimaschutz kommen. Extremereignisse wie Hurrikans, Starkniederschläge und Überflutungen sowie Hitze- und Dürreperioden werden in einer wärmeren Atmosphäre massiv zunehmen. "Hurrican Isabel ist nur ein kleiner Vorbote dessen, was den USA - und auch der Welt -in den nächsten Jahrzehnten an weiteren Auswirkungen des Klimwandels noch bevorsteht", warnt Mayer.

Rückfragen & Kontakt:

MMag. Franko Petri, Greenpeace-Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Energieexperte Greenpeace, tel. 01-5454580-48 oder 0664-2700441

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001