Passage - Code der Zeit

Georg Niemann und Andreas Hülber zeigen eine Installation aus fünf Objekten

Wien (OTS) - Der derzeit aktuelle Begriff "Codierung", zuletzt im Rahmen der Ausstellung: "Code - the language of our time" bei der Ars Electronica in Linz thematisiert, wird nun neuerlich und in sehr ungewöhnlicher Form aufgegriffen. Anlässlich des 4. ECR D-A-CH Tages - des jährlichen Treffens der deutschsprachigen Experten für Efficient Consumer Response (ECR) aus Handel, Industrie und Logistik - wird das Thema "Strichcode" im Passageraum der Wiener Hofburg am Sonntag, dem 21. September 2003, im Rahmen einer
Vernissage von zwei Designer-Künstlern behandelt, die dafür zum ersten Mal zusammenarbeiten: Georg Niemann und Andreas Hülber.

Georg Niemann arbeitet seit 1982 als Keramiker und Künstler und erhielt für seine Arbeiten 1995 den Staatspreis für Formgebung. Er lehrt an der HL für künstlerische Berufe und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Code.

Andreas Hülber ist seit 1989 als Möbeldesigner, Corporate Designer und Künstler tätig. Nach einem "Umweg" als WU-Absolvent und Arbeit in Galerien und im Kunsthandel hat er im Alter von 26 Jahren erste Arbeiten vorgelegt.

Fünf Objekte - geformt aus Keramik, Stahl und Wasser

Ein mannshoher Strichcode (oder "EAN-Code", wie man ihn von der Warenkennzeichnung her kennt), der eine zwei Meter lange Banane in Stücke schneidet, bildet den Mittel- und Ausgangspunkt der gedanklichen Reise. Die Riesenfrucht steht für "Jetzt", den Augenblick des Zugreifens, der sinnlichen Wahrnehmung und des Genusses; des einzigen Moments, der uns sicher gehört.

Davon ausgehend schreitet die Projektion unserer "Passage", unserer Wandlung und Werdung, vorwärts zum Objekt "Im Werden", einer Wasserwanne, in der im Lauf der Ausstellung langsam ein Strichcode durch Oxydation erscheint und permanent ins Metall gefressen wird; und schließlich zum "Traumschiff" aus Stahl mit keramischem Rumpf, über dem Wasser schwebend; dem "Fliegenden Holländer" unserer Visionen, dem "Boot", das für technischen Fortschritt steht, für Abstraktion, hochfliegende Pläne und die absurde Realität des Virtuellen. Werden wir dort je ankommen? Oder ist das fliegende Boot ein Konstrukt, das immer eines bleiben wird, weil es wie die Schildkröte des Zenon im x-dimensionalen Raum nie erreicht werden kann?

Von der Banane ausgehend könnte man sich aber auch - welche Richtung schlägt die Zeit ein? - in die Vergangenheit bewegen: Zum "Noch da", demselben Wasserwannen-Code, diesmal als fossiles Überbleibsel, das wassergeformt aufgefunden wird in einem ausgetrockneten Flusslauf; und weiter zum "Alten Schiff", das selbst schon vergangen, nur noch in seinen erdigen Spuren zu erahnen ist; als Spiegelung des nicht greifbaren Zukunftsbootes mit seinem
uns noch unverständlichen Code stellt es selbst einen verwaschenen, undeutlich gewordenen Code dar, der keine Nachricht mehr übermittelt.

Zurück also zum Fassbaren: Dem Moment der Banane, dem banalen Greifen des Säuglings, der in jedem von uns ist. Unser Horizont: Das Jetzt. Der Bar-Code trägt, zerteilt, verbindet und trennt gleichzeitig. Er hält uns die Banane hin - aber verbirgt sie gleichzeitig zur Hälfte: Die Hälfte, die für Ernte, Niedriglöhne, Transport, Stützungen, Überzüchtung, Genmanipulation und Monokulturen steht.

Die Objekte wurden von mehreren Paten gesponsert: Die Keramik-Banane zwischen Stahlplatten "Jetzt" von der Metro Group, die beiden Wasser-Codes - Stahlwanne mit Wasser "Im Werden" und Oxidierte Stahlwanne "Noch da" - von Henkel KgaA, die beiden Schiffe "Das Boot" und "Das alte Schiff" von EAN-Austria.

Fotos der Objekte "Passage - Code der Zeit" stehen unter http://www.codederzeit.com zum kostenlosen Download bereit.

Möglich gemacht wurde die Ausstellung durch das Engagement und Sponsoring der Geschäftsführerin von EAN-Austria, Eva Maria Burian-Braunstorfer und von Dr. Nikolaus Hartig, ECR-Austria Manager.

Die parallel zu "Passage - Code der Zeit" in der Hofburg stattfindende Ausstellung "Barcode EAN 13" mit acht Bildern von Franz Mayrhofer wurde ebenfalls von EAN-Austria gesponsert.

Zu ECR D-A-CH:

ECR (Efficient Consumer Response) ist eine weltweite Initiative mit dem Ziel, durch die Optimierung der gesamten Wertschöpfungs- und Logistikkette Lebensmittel und andere Konsumgüter besser, schneller, sicherer und kostengünstiger vom Hersteller zum Konsumenten zu bringen. Die Anwendung von ECR-Prozessen und -Techniken bringt den Konsumenten viele Vorteile: Frische, jederzeit verfügbare Waren zu niedrigeren Preisen, Sicherheit beim Einkauf durch Rückverfolgbarkeit der Produkte, bedarfsgerechteres Angebot durch
bessere Nutzung der Verkaufsflächen, Einsatz neuester Technologien für noch mehr Kundenservice.

Beim 4. ECR D-A-CH Tag von 22.-23. September 2003 in der Wiener Hofburg treffen über 1.200 Top-Entscheider großer Handelsketten, der Konsumgüterindustrie, Logistikunternehmen und Consulter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um gemeinsam die Arbeitsprozesse und die damit verbundene Kommunikation zu optimieren.

Ansprechpartner für den 4. ECR D-A-CH Tag:

Gabriele Frisch, The Skills Group - Pro & Co Tel. 01/505 26 25-66, gabriele.frisch@skillsproco.com

Rückfragen & Kontakt:

Ansprechpartner für die Kunstobjekte:
Andreas Hülber, orange moon
Tel. 01/532 28 81, 0676/532 28 81,
orange@orangemoon.at

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