Metropolis-Konferenz: Antonio Vitorino zu Migrationspolitik

Wien (OTS) - Es drohe durch die bevorstehende Osterweiterung der
EU keine unabsehbare Flut an Zuwanderern, betonte EU-Kommissar Antonio Vitorino am Donnerstag im Rahmen seines Vortrages bei der bis Freitag laufenden Metropolis-Konferenz im Wiener Rathaus. Aktuell gehe man gemäß Studien von etwa 350.000 Menschen pro Jahr aus, die bereit sind, ihre alte Heimat in Osteuropa zu verlassen. Grundsätzlich erinnerte Vitorino daran, dass Europa es bislang noch nicht richtig verstanden habe, sich als attraktives Einwanderungsgebiet zu sehen. Als wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Integration betonte der EU-Kommissar für Justiz und Innere Angelegenheiten einen freien Arbeitsmarkt innerhalb der EU. Bezüglich Grenzschutz hielt er fest, dass dieser, wie auch andere Schutzmaßnahmen, wichtig sei, jedoch nur als ein Teil der Antwort Europas auf Immigration aufgefasst werden dürfe. Von den im Jahr 2002 rund 13 Millionen weltweiten Flüchtlingen hätten rund 15 Prozent die EU angepeilt, führte er weiters aus.

Als "Rezept" für die nächsten Jahre nannte Vitorino im Bereich der Migration einerseits die Forcierung moderner Intergrationsprojekte auf lokaler und regionaler Ebene innerhalb der EU, wie auch die Formulierung einer gemeinsamen Position seitens der EU-Staaten. Bereits heute bemühe sich die EU durch diverse Programme, die Ursachen der Migration in den Heimatländern zu mildern. Speziell erwähnte er hierbei Kooperationsmodelle mit Nordafrika, dem Balkan, der Ukraine und Russland, also jenen Zonen, von denen die Migrationsströme ausgehen. Internationale Probleme bedürften, laut Vitorino, auch internationaler Antworten.
(Schluss) hch

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