• 17.09.2003, 10:55:38
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Bures: Kreative Initiativen zur Behebung des Arbeitskräftemangels im Pflegebereich sind gefragt

"Regierung muss endlich von Worten zu Taten kommen"

Wien (SK) "Es ist zu wenig, in der Debatte rund um die
Pflegesituation älterer Menschen, bloß Phrasen zu dreschen oder
politisches Kleingeld zu wechseln", kritisierte
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures angesichts der aktuellen
Pflege-Debatte gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Die Regierung ist
hier gefordert, gemeinsam mit Ländern, Sozialpartner und den
Parlamentsparteien zu neuen, wirksamen Lösungsansätzen zu kommen".
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Über 80 Prozent der Pflegenden werden von ihren Familien, und
hier vor allem von den Frauen, betreut; hier entwickelt sich aber -
wie auch der gestrige ORF-"Report" dokumentierte - "ein
expandierender Schwarzmarkt, der offenbar von den Behörden aktiv
übersehen wird", so Bures. "So kann es nicht sein, dass
augenzwinkernd hingenommen wird, dass ausländische Agenturen den
Arbeitsmarkt mit möglicherweise ungenügend qualifizierten Personal
überschwemmen und die Regierung und die Behörden diesem Treiben
tatenlos zu sehen, weil sie keine Alternativen vorweisen können",
bemängelte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. Das sei "eine
Sozialpolitik der Heuchelei und des doppelten Bodens". "Die SPÖ
plädiert für ehrliche Lösungen mit nachhaltiger Wirkung. Gefragt sind
kreative Arbeitsmarktinitiativen, die den Personalbedarf im
Pflegesektor beheben und eine qualitätsvolle Betreuung älterer
Menschen sicherstellen", forderte Bures. Auch Lohnsubventionen über
das AMS sowie mobile Pflegedienstagenturen, die ihr dann verbilligtes
Service den betroffenen Angehörigen anbieten, wären eine sinnvollere
Lösung, als den Weg der illegalen Beschäftigung zuzulassen. Wenn im
Inland der Personalbedarf nicht zu decken ist, dann sollte die
Regierung ihre starre Haltung in der Frage von
Schlüsselarbeitskräften überdenken, betonte Bures. Spätestens mit der
EU-Erweiterung gebe es hier ohnehin ein großes
Arbeitskräftepotenzial.

"Wichtig ist jedenfalls mit den Betroffenen, deren Angehörigen und
den im Pflegebereich Beschäftigten ehrlich umzugehen. Nur über eine
schonungs- und tabulos geführte Diskussion dieser Problematik wird
man auch zu echten Lösungen kommen, die die Würde der zu Pflegenden
genauso achtet wie jene, die hier sehr bedeutsame gesellschaftliche
Leistungen erbringen", schloss Bures. (Schluss) hs

OTS0090    2003-09-17/10:55

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