• 14.09.2003, 16:01:57
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Seniorenbund-Bundesobmann Knafl mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt: Bericht des Bundesobmannes LH-Stv.a.D.Stefan Knafl, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes - Teil 5

Innsbruck (OTS) - Für die abgelaufene Funktionsperiode danke ich
allen Mitgliedern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Orts-,
Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene mit ihren Obleuten sehr herzlich
für die geleistete Arbeit. Sie ist das Fundament unseres Erfolges.

Und es steht für mich in diesem Zusammenhang außer Frage, dass wir
Älteren künftig eine immer wichtigere Rolle spielen werden. In der
Zukunft wird es in verstärktem Maße zur Bildung von Netzwerken
zwischen Jung und Alt kommen müssen, um die Probleme der Zukunft zu
lösen. Der Staat allein ist dazu nicht in der Lage.

Die Angehörigen der gewonnenen Generation werden sich an der
gesellschaftlichen Wertschöpfung durch Hilfe für die Jüngeren und die
hilfsbedürftigen Alten stärker als bisher beteiligen müssen. Wir
brauchen mehr Selbstorganisation mit mehr sozialer Verantwortung bei
den Einzelnen.

Vorschläge für die Aktivierung älterer Menschen zum Engagement
haben in den letzten 4 Jahren die ehrenamtlich tätigen Referenten in
der Bundesleitung ausgearbeitet. Herzlichen Dank dafür und für die
Beratung, welche sie mir persönlich gewährt haben. Die Tätigkeit der
Referenten wird mit dem neuen Statut leicht geändert und dem
Bundesparteistatut angepasst.

Danken darf ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im
Generalsekretariat der Bundesorganisation. Ohne sie gäbe es keine so
erfolgreiche Arbeit für Österreichs Senioren! Das Generalsekretariat
ist Leitstelle und Kommunikationszentrum für unsere Arbeit.

Hier hat es in der abgelaufenen Periode ja eine personelle
Veränderung gegeben:

Der langjährige Generalsekretär, Ing. Wilhelm Mohaupt, ging mit
dem gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren in den Ruhestand. Für
die 20jährige erfolgreiche Arbeit, sei Dir, lieber Willi, herzlich
Dank und Anerkennung ausgesprochen. Willi Mohaupt stellt seine
Erfahrung auch weiterhin zur Verfügung als Finanzreferent des ÖSB
und Vizepräsident der Europäischen Senioren-Union.

Neuer Generalsekretär wurde Heinz Becker. Willi Mohaupt hat ihn
bei uns eingeführt und es hat sich herausgestellt, der Vorschlag war
gut. Heinz Becker macht seine Arbeit ausgezeichnet.

Danken möchte ich auch den Mitarbeitern und Verantwortungsträgern
der ÖVP, welche uns in unserer Arbeit unterstützt haben. Mein
besonderer Dank gilt unserem Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. Wir
vom ÖSB werden unseren Beitrag zur Lösung der mit der älter werdenden
Gesellschaft entstehenden Probleme leisten. Ich erwarte auch von den
anderen Gruppen der Gesellschaft Verständnis und Bereitschaft, zu
gemeinsamen Lösungen zu kommen.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang eines sagen: Es ist ein
Schlag ins Gesicht auch der Aufbaugeneration, wie sich die
Gewerkschafter in Zusammenhang mit der richtigen und notwendigen
VOEST-Privatisierung verhalten haben.

Wenn im Fernsehen Gewerkschafter sagen, sie werden solange gegen
die Privatisierung kämpfen, bis die VOEST keinen Wert mehr hat, dann
ist das ein unglaubliches Verhalten auch gegenüber den ehemaligen
VOEST-Mitarbeitern, die dieses Unternehmen mitaufgebaut und seinen
Wert erst ermöglicht haben. Und es ist vor allem ein
demokratiepolitischer Skandal, weil solche Äußerungen zeigen, dass
für diese Gewerkschafter öffentliches Eigentum - von dem sie ja immer
reden - in Wirklichkeit sozialistisches bzw. gewerkschaftliches
Eigentum ist. Die Gewerkschafter haben jedenfalls gezeigt, dass ihre
Fähigkeit zur Lösung von Herausforderungen und Problemen immer mehr
abnimmt. Sie sind die Nein-Sager, die Blockierer, die Verhinderer und
die Angstmacher - und damit genau das Gegenteil von einer
konstruktiven und erfolgreichen Interessenvertretung, wie sie etwa
der ÖSB ist.

Ich wünsche mir, dass der ÖSB auch in Zukunft eine starke Stimme
für Österreichs Senioren ist, und damit dem Motto unseres
Bundes-Seniorentages "Starke Senioren - Sichere Zukunft" gerecht
wird.

Schließen möchte ich mit einigen Sätzen, die die ehemalige
Bundesministerin für Familie und Senioren und Universitätsprofessorin
für Alterswissenschaft, Ursula Lehr, bei einem Vortrag der
Seniorenunion in Brühl am 20. November 2002 gesprochen hat. Sie hat
gesagt:

Altern verlangt Mut, sich zu Wort zu melden. Wenn wir als
Alterslast und Pflegelast bezeichnet werden, schweigen wir und weisen
nicht darauf hin, daß wir Alten mehr Nutzen der Gesellschaft bringen
als ihr Kosten verursachen. Wir weisen ebenso wenig deutlich genug
darauf hin, dass das Rentendilemma auch durch die verlängerte
Jugendzeit, den verspäteten Berufseintritt bedingt ist. Wenn man erst
mit 30 Jahren anfängt in die Rentenkassen einzuzahlen (was bei den
heutigen Senioren, die viel früher in den Beruf eingestiegen sind,
die noch die 60, 48 und 45 Stundenwoche bei nur 12 Tagen gesetzlichen
Urlaub - Samstage miteingerechnet - kannten, äußerst selten der Fall
war), muss man notgedrungen auch mit höheren Beiträgen rechnen.

Wenn von Überalterung unseres Volkes die Rede ist, schweigen wir.
Wer setzt hier die Norm fest? Wann beginnt die Überalterung? Wir
haben nicht zu viel Alte, wir haben zuwenig Junge. Wir haben keine
Überalterung, wir haben eine Unterjüngung!

In diesem Zusammenhang: Bitte, schweigen wir nicht, wenn das
holländische Modell der Sterbehilfe diskutiert wird! Unter dem
neutral scheinenden Begriff Sterbeerleichterung könnte sich eines
Tages ein Instrument entwickeln, das der angeblichen kostenintensiven
Überalterung unserer Gesellschaft Abhilfe schafft.

Wir sind keine Grauen Panther und wollen auch keine werden. Wir
wollen uns sachlich auseinandersetzen und Jüngere überzeugen, nicht
überreden.

Alter ist nichts für Feiglinge; Alter und Altern braucht Mut, -
nicht primär für uns selbst, aber um unseren Kindern und
Kindeskindern - die morgen und übermorgen zu den Alten zählen werden
-, den Weg in eine alternde Gesellschaft zu bahnen. Altern braucht
Mut, aktiv zu sein, aktiv zu bleiben, auch wenn von den
verschiedensten Seiten Steine in den Weg gelegt werden.

(Schluß)

OTS0047    2003-09-14/16:01

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SEN

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