Seniorenbund-Bundesobmann Knafl mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt: Bericht des Bundesobmannes LH-Stv.a.D.Stefan Knafl, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes - Teil 5

Innsbruck (OTS) - Für die abgelaufene Funktionsperiode danke ich allen Mitgliedern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Orts-, Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene mit ihren Obleuten sehr herzlich für die geleistete Arbeit. Sie ist das Fundament unseres Erfolges.

Und es steht für mich in diesem Zusammenhang außer Frage, dass wir Älteren künftig eine immer wichtigere Rolle spielen werden. In der Zukunft wird es in verstärktem Maße zur Bildung von Netzwerken zwischen Jung und Alt kommen müssen, um die Probleme der Zukunft zu lösen. Der Staat allein ist dazu nicht in der Lage.

Die Angehörigen der gewonnenen Generation werden sich an der gesellschaftlichen Wertschöpfung durch Hilfe für die Jüngeren und die hilfsbedürftigen Alten stärker als bisher beteiligen müssen. Wir brauchen mehr Selbstorganisation mit mehr sozialer Verantwortung bei den Einzelnen.

Vorschläge für die Aktivierung älterer Menschen zum Engagement haben in den letzten 4 Jahren die ehrenamtlich tätigen Referenten in der Bundesleitung ausgearbeitet. Herzlichen Dank dafür und für die Beratung, welche sie mir persönlich gewährt haben. Die Tätigkeit der Referenten wird mit dem neuen Statut leicht geändert und dem Bundesparteistatut angepasst.

Danken darf ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Generalsekretariat der Bundesorganisation. Ohne sie gäbe es keine so erfolgreiche Arbeit für Österreichs Senioren! Das Generalsekretariat ist Leitstelle und Kommunikationszentrum für unsere Arbeit.

Hier hat es in der abgelaufenen Periode ja eine personelle Veränderung gegeben:

Der langjährige Generalsekretär, Ing. Wilhelm Mohaupt, ging mit dem gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren in den Ruhestand. Für die 20jährige erfolgreiche Arbeit, sei Dir, lieber Willi, herzlich Dank und Anerkennung ausgesprochen. Willi Mohaupt stellt seine Erfahrung auch weiterhin zur Verfügung als Finanzreferent des ÖSB und Vizepräsident der Europäischen Senioren-Union.

Neuer Generalsekretär wurde Heinz Becker. Willi Mohaupt hat ihn bei uns eingeführt und es hat sich herausgestellt, der Vorschlag war gut. Heinz Becker macht seine Arbeit ausgezeichnet.

Danken möchte ich auch den Mitarbeitern und Verantwortungsträgern der ÖVP, welche uns in unserer Arbeit unterstützt haben. Mein besonderer Dank gilt unserem Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. Wir vom ÖSB werden unseren Beitrag zur Lösung der mit der älter werdenden Gesellschaft entstehenden Probleme leisten. Ich erwarte auch von den anderen Gruppen der Gesellschaft Verständnis und Bereitschaft, zu gemeinsamen Lösungen zu kommen.

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang eines sagen: Es ist ein Schlag ins Gesicht auch der Aufbaugeneration, wie sich die Gewerkschafter in Zusammenhang mit der richtigen und notwendigen VOEST-Privatisierung verhalten haben.

Wenn im Fernsehen Gewerkschafter sagen, sie werden solange gegen die Privatisierung kämpfen, bis die VOEST keinen Wert mehr hat, dann ist das ein unglaubliches Verhalten auch gegenüber den ehemaligen VOEST-Mitarbeitern, die dieses Unternehmen mitaufgebaut und seinen Wert erst ermöglicht haben. Und es ist vor allem ein demokratiepolitischer Skandal, weil solche Äußerungen zeigen, dass für diese Gewerkschafter öffentliches Eigentum - von dem sie ja immer reden - in Wirklichkeit sozialistisches bzw. gewerkschaftliches Eigentum ist. Die Gewerkschafter haben jedenfalls gezeigt, dass ihre Fähigkeit zur Lösung von Herausforderungen und Problemen immer mehr abnimmt. Sie sind die Nein-Sager, die Blockierer, die Verhinderer und die Angstmacher - und damit genau das Gegenteil von einer konstruktiven und erfolgreichen Interessenvertretung, wie sie etwa der ÖSB ist.

Ich wünsche mir, dass der ÖSB auch in Zukunft eine starke Stimme für Österreichs Senioren ist, und damit dem Motto unseres Bundes-Seniorentages "Starke Senioren - Sichere Zukunft" gerecht wird.

Schließen möchte ich mit einigen Sätzen, die die ehemalige Bundesministerin für Familie und Senioren und Universitätsprofessorin für Alterswissenschaft, Ursula Lehr, bei einem Vortrag der Seniorenunion in Brühl am 20. November 2002 gesprochen hat. Sie hat gesagt:

Altern verlangt Mut, sich zu Wort zu melden. Wenn wir als Alterslast und Pflegelast bezeichnet werden, schweigen wir und weisen nicht darauf hin, daß wir Alten mehr Nutzen der Gesellschaft bringen als ihr Kosten verursachen. Wir weisen ebenso wenig deutlich genug darauf hin, dass das Rentendilemma auch durch die verlängerte Jugendzeit, den verspäteten Berufseintritt bedingt ist. Wenn man erst mit 30 Jahren anfängt in die Rentenkassen einzuzahlen (was bei den heutigen Senioren, die viel früher in den Beruf eingestiegen sind, die noch die 60, 48 und 45 Stundenwoche bei nur 12 Tagen gesetzlichen Urlaub - Samstage miteingerechnet - kannten, äußerst selten der Fall war), muss man notgedrungen auch mit höheren Beiträgen rechnen.

Wenn von Überalterung unseres Volkes die Rede ist, schweigen wir. Wer setzt hier die Norm fest? Wann beginnt die Überalterung? Wir haben nicht zu viel Alte, wir haben zuwenig Junge. Wir haben keine Überalterung, wir haben eine Unterjüngung!

In diesem Zusammenhang: Bitte, schweigen wir nicht, wenn das holländische Modell der Sterbehilfe diskutiert wird! Unter dem neutral scheinenden Begriff Sterbeerleichterung könnte sich eines Tages ein Instrument entwickeln, das der angeblichen kostenintensiven Überalterung unserer Gesellschaft Abhilfe schafft.

Wir sind keine Grauen Panther und wollen auch keine werden. Wir wollen uns sachlich auseinandersetzen und Jüngere überzeugen, nicht überreden.

Alter ist nichts für Feiglinge; Alter und Altern braucht Mut, -nicht primär für uns selbst, aber um unseren Kindern und Kindeskindern - die morgen und übermorgen zu den Alten zählen werden -, den Weg in eine alternde Gesellschaft zu bahnen. Altern braucht Mut, aktiv zu sein, aktiv zu bleiben, auch wenn von den verschiedensten Seiten Steine in den Weg gelegt werden.

(Schluß)

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