Seniorenbund-Bundesobmann Knafl mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt: Bericht des Bundesobmannes LH-Stv.a.D.Stefan Knafl, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes - Teil 4

Innsbruck (OTS) - Sehr eng verbunden mit der Krankenversicherung
ist auch

4. Pflegevorsorge

Sie ist ein weiteres wichtiges Thema in der Gesamtproblematik der älter werdenden Gesellschaft. Es geht nicht nur um die Pensionen, es geht auch um die Gesundheit und Pflege.

Diese Diskussion betrifft nicht nur die älteren Menschen, sondern auch die Jugend. Denn im wachsenden Pflegebedarf warten enorme Jobchancen für sie. Im Bereich der Pflege prognostiziert man für die nächsten Jahre eine Zunahme der pflegebedürftigen Personen auf 800.000. Heute gibt es schon einen Mangel an Pflegepersonal, denn für die Attraktivität dieses Berufs wird nichts getan. Es gibt noch nicht einmal eine bundeseinheitliche Regelung der Ausbildung mit einem entsprechenden Berufsbild. Dies wäre gerade für junge Menschen besonders notwendig. Genauso wichtig ist es, eine flächendeckende Hauskrankenpflege anzubieten und die soziale Absicherung der Menschen, die Pflegearbeit leisten, auszubauen. Wir haben im stationären Bereich zuwenig Pflegebetten, und es ist wohl auch die Anpassung des Pflegegeldes an die steigenden Kosten erforderlich. Hier sind Gemeinden, Länder, der Bund und die Versicherten aufgefordert, ihren Beitrag zur Lösung zu leisten.

Ich möchte in diesem Zusammenhang klar darauf hinweisen, dass wir öffentlich zeigen müssen, dass wir nicht nur Leistungsempfänger der Jüngeren sind. Im Bundesseniorenbericht steht: Der generelle materielle Austausch zwischen den Generationen darf nicht einseitig über das Umlageverfahren betrachtet werden. Die materiellen privaten Zuwendungen der älteren an die jüngere Generation machen einen wesentlichen Teil von deren Lebensstandard aus. Dies wird heute schon als selbstverständlich betrachtet, aber es ist nicht selbstverständlich. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Pension in erster Linie dazu zu verwenden ist, dass der Pensionist für sich selbst einen entsprechenden Lebensabend mit entsprechender Lebensqualität sicherstellt - und dazu gehören auch die finanziellen Aufwendungen für Gesundheit und Pflege.

Im Verhältnis der Generationen muss es, wenn Sie so wollen, auch mehr Kostenwahrheit geben. Und darüber und über alle Probleme zwischen Jung und Alt muss man auch offen diskutieren können. Deshalb hat es kürzlich ein erstes ausführliches Gespräch zwischen Vertretern der Jungen Volkspartei und dem Österreichischen Seniorenbund gegeben. Wir haben die Probleme, welche die Jungen und die Alten betreffen, ausführlich diskutiert, die Einsetzung
einer Arbeitsgruppe mit dem Auftrag beschlossen, einen gemeinsamen Vorschlag zu erstellen. Nach Vorliegen dieses Entwurfes der Arbeitsgruppe werden wir dann die gemeinsam erarbeiteten Vorstellungen der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Bilanz, die wir heute als ÖSB ziehen können, unterstreicht die Richtigkeit unseres Kurses. Wir können viel bewegen, weil wir unsere Positionen klar und offen vertreten, weil wir dialogbereit sind und weil wir eine konstruktive Kraft für Österreichs Senioren sind. Unsere wichtigsten Erfolge:

Die Gleichstellung des Österreichischen Seniorenrates mit den anderen Interessenvertretungen im Versicherungsvertragsgesetz. Der ÖSR ist bei Änderung von Prämien als auch von Verträgen im Vorhinein zu verständigen und erhält auch die Rechtsmittel des Einspruches und der gerichtlichen Klage.

Die Verbesserung des Konsumentenschutzes im Bereich der Gewährleistung.

Die Entschädigung für ehemalige Kriegsgefangene - die Initiative ging von Oberösterreich aus - Dank an Dr. Ratzenböck und LH.Dr. Pühringer.

Die Verhinderung von zusätzlicher Bürokratie für mehr als 240.000 Pensionisten dadurch, dass wir verhindert haben, dass es nur mehr eine Auszahlung der Pensionen über ein Bankkonto gibt oder jeder Pensionist einen separaten Antrag hätte stellen müssen, dass die Auszahlung über den Briefträger weiterhin erfolgt.

Die Verlängerung der Befreiung von der Sparbuch-Schenkungssteuer vom 30.6.2002 - 31.12.2002 und im Dezember 2002 die Verlängerung des steuerfreien Sparbuchschenkens bis Ende 2003.

Die Erhöhung des Richtsatzes für Ehepaare, welche Anspruch auf Ausgleichszulage haben auf die im Aktionsplan zur Bekämpfung der Armut festgelegte Armutsgefährdungsschwelle.

Die weitere Absenkung des fiktiven Ausgedinges.

Gebührenbefreiung beim Abschluss von Heimverträgen.

Weil wir unsere Aufgabe als konsequente Interessenvertretung für Senioren in Österreich ernst nehmen, sind wir natürlich auch eine professionelle Service-Organisation für alle Lebensbereiche - eine Institution, die da ist, wenn man sie braucht.

Daher war es für uns selbstverständlich, dass wir anlässlich der Hochwasserkatastrophe 2002 aus den Mitteln der Seniorenhilfe Euro 200.000,- für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in den betroffenen Bundesländern zur Verfügung gestellt haben. Dank gebührt in diesem Zusammenhang auch jenen Landes-organisationen, welche bereit waren, zugunsten der vom Hochwasser betroffenen Bundesländer auf ihren Anteil zu verzichten.

Wir wollen uns aber auf den Erfolgen der Vergangenheit nicht ausruhen. Gemeinsam gibt es noch viel zu tun. Unser Arbeitsprogramm, welches - im Leitantrag zusammengefasst - von uns auf diesem Bundestag beschlossen werden soll, enthält viele Aufgaben, die wir in der nächsten Arbeitsperiode gemeinsam im Interesse von Österreichs Senioren bewältigen wollen.

(Fortsetzung)

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