"Sparmaßnahmen der Regierung gefährden den zweiten Bildungsweg"

Kritik des Vorsitzenden des Verbandes Wiener Volksbildung

Wien (OTS) - Die Wiener Volkshochschulen schlagen Alarm. Im Zuge
der Vorstellung des Herbstprogrammes der Wiener Volkshochschulen zeichnet Dr. Michael Ludwig, der Vorsitzende des Verbandes Wiener Volksbildung ein düsterer Bild von der Zukunft der Erwachsenenbildung.

Anlass ist eine im August allen Erwachsenenbildungsorganisationen zugegangene Mitteilung, in der das Erwachsenenbildungsbudget 2003 rückwirkend um 25 % gekürzt wird. "Dieser drastische Einschnitt sowie bereits vorangegangene Budgetkürzungen der letzten Jahre, gefährden nicht nur Arbeitsplätze, sondern setzen auch ein völlig falsches Signal in Richtung lebensbegleitendes Lernen," sagt Dr. Michael Ludwig. "Wenn die Bundesministerin Dr. Elisabeth Gehrer in ihrem Vorwort zu den Infotagen der Erwachsenenbildung wörtlich meint: "Weiterbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft," dann kann dies in diesem Zusammenhang nur als Hohn verstanden werden.

"Oder meint die Frau Bundesministerin die Bildungswilligen müssten in Zukunft selbst mehr für Bildung ausgeben," Dr. Ludwig weiter. Nach Einschätzung des Vorsitzenden des Verbandes Wiener Volksbildung könnte nämlich eine der Konsequenzen aus den Einsparungsmaßnahmen des Bundes die Erhöhung der Kursgebühren für den Zweiten Bildungsweg um bis zu einem Drittel sein. Dies wollen die Wiener Volkshochschulen unbedingt vermeiden. "Es war uns immer ein Anliegen, Bildung allen Menschen zugänglich zu machen. Es kann nicht sein, dass Menschen, die Defizite in der primären Ausbildung aufholen möchten, die zum Beispiel den Hauptschulabschluss oder die Matura nachholen möchten, sich dies aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten können," sagt Dr. Ludwig. Wie "wichtig" der Bundesregierung die Erwachsenenbildung tatsächlich ist, zeigt eine Zahl eindrucksvoll. Das Erwachsenenbildungsbudget macht gerade noch 0,11 % des gesamten Bildungsbudgets aus. Vergleicht man Österreich zum Beispiel mit Finnland, das rund 14 % des Bildungsbudgets für die Erwachsenenbildung aufwendet, so sprechen diese Zahlen für sich," so Dr. Ludwig.

Wird die nachträgliche Kürzung der Mittel von nahezu allen Erwachsenenbildungsorganisationen kritisiert, trifft die Wiener Volkshochschulen ein weiteres finanzielles Problem. Seit dem Jahr 2000 schuldet der Bund dem Verband Wiener Volksbildung insgesamt rund 1,3 Mio. Euro an zugesagten Fördermitteln. "Dadurch sind so wichtige Bereiche wie das Feministische Grundstudium oder das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung akut in ihrer Existenz gefährdet," warnt Dr. Ludwig. "Selbst die Stadt Wien, mit ihrer Förderung von 22 Mio. Euro kann die durch Maßnahmen der Bundesregierung insgesamt angerichteten Auswirkungen nicht zur Gänze abfedern," Dr. Ludwig weiter.

Der großzügigen Unterstützung der Stadt Wien in Höhe von 13 Mio. Euro verdankt auch die Urania, in der die Pressekonferenz stattfand, ihre Generalsanierung. Die Wiener Urania wird am 29. September um 11.00 Uhr durch Bürgermeister Dr. Michael Häupl offiziell eröffnet. Dr. Michael Ludwig lädt alle interessierten WienerInnen dazu ein. (Schluss) vhs

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