EU untersagt Österreich Verkauf von Futtergetreide aus Intervention

Hilfe zur Verringerung der Futterknappheit bei dürregeschädigten Landwirten nicht möglich

Wien (AIZ) - "Die Ablehnung der verbilligten Abgabe von Getreide, das in Interventionslagern liegt, an durch die Dürre geschädigten Landwirte durch die Europäische Kommission ist völlig unverständlich", kritisierte heute die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern in einer Aussendung ein negatives Antwortschreiben der Europäischen Kommission zu einem entsprechenden Antrag des österreichischen Landwirtschaftsministeriums. In Österreich liegen derzeit knapp 20.000 t Getreide in den Interventionslagern der AMA und sind, da sie sich im Eigentum der Europäischen Union befinden, am freien Markt nicht verfügbar.

Weiter heißt es in der Kritik der Präsidentenkonferenz:
"Österreich wollte mit dieser Maßnahme die Futterknappheit für die durch Dürre geschädigten Landwirte mildern. Nach der Ablehnung durch die Kommission muss man sich ernsthaft fragen, ob sie, entgegen ihren Ankündigungen in den Medien, den dürregeschädigten Landwirten auch wirklich und effizient helfen will."

Im Vorjahr: Hilfe bei Hochwasser möglich

Im Vorjahr ist es gelungen, für den Verkauf von Interventionsgetreide zu günstigen Bedingungen an durch Hochwasser geschädigte Landwirte die Zustimmung der Kommission zu erhalten. Im Rahmen dieser Aktion wurden damals knapp 20.000 t Getreide verbilligt abgegeben und den betroffenen Bauern damit wirkungsvoll geholfen.

Österreich beabsichtigte, diese Aktion für die stark von der Trockenheit betroffenen Bauern zu wiederholen, die in einer ähnlich ungünstigen Versorgungssituation bei Futter sind, wie jene, die im Vorjahr vom Hochwasser geschädigt worden sind. "Umso überraschender kam nun die Ablehnung der vom Landwirtschaftsministerium schon vor Wochen bei der Europäischen Kommission beantragten Maßnahme", so die bäuerliche Interessenvertretung und: "Im Vergleich dazu sind die von der Kommission angekündigten Hilfsmaßnahmen für dürregeschädigte Bauern unter österreichischen Verhältnissen wirkungslos und damit keine Hilfe. Denn in Österreich werden die EU-Ausgleichszahlungen relativ früh überwiesen, das von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Vorziehen der Auszahlung bringt daher nur einen geringen Zeitgewinn bei gleichzeitig erhöhtem Abwicklungsaufwand. Zudem würde sich die Auszahlung anderer, dem Volumen nach größerer Beträge dadurch verzögern. Für die Bauern entsteht also kein Vorteil. Dies auch deshalb nicht, weil entgegen den Ankündigungen die Europäische Kommission auch keine zusätzlichen Mittel bereitstellt, sondern nur gewisse Beträge von einer Periode in eine andere vorzieht."

"Wir bedauern die Ablehnung der von Österreich beantragten, wirkungsvollen Hilfsmaßnahmen für durch die Trockenheit geschädigten Bauern und plädieren an die Europäische Kommission, in Zukunft in ähnlich gelagerten Fällen in ihren Entscheidungen die Situation der betroffenen Landwirte stärker zu berücksichtigen", heißt es abschließend.
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