Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 15.09. bis 19.09.2003

Wien (OTS) -

USD Euribor Dt.Bund ATX DAX DJ Ind je EUR 3m 10y 12.Sep 03 1,118 2,15 % 4,26 % 1382,7 3571,8 9459,8 05.Sep 03 1,095 2,16 % 4,30 % 1369,4 3630,9 9587,9 Veränd. -2,08% -0,01 % -0,04% 0,97% -1,63% -1,34% Punkte Punkte

Nach der neuesten Schätzung von Eurostat ist das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im zweiten Quartal um 0,1 % (Q1:
0,0% Q/Q) gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Damit wurde die erste Schätzung, die von einer Stagnation ausging, leicht nach unten revidiert. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung war der erste seit dem vierten Quartal 2001. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das BIP in Q2 um 0,2 Prozent (Q1: 0,8% J/J). Anders als in der Eurozone wurde das Wirtschaftswachstum in Japan für das zweite Quartal kürzlich von real 0,6% Q/Q auf 1,0% Q/Q (Q1: 0,6% Q/Q) hinaufrevidiert. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet bedeutet dies ein Wachstum von 3,9% (Q1: 2,4% Q/Q) gegenüber dem Vorquartal. Damit ist die japanische Wirtschaft so stark gewachsen, wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. In den letzten drei Quartalen lag das BIP-Wachstum in Japan sogar über dem der USA. Dennoch erscheint es zu Früh, um von einem selbstragenden japanischen Wachstum auszugehen, da das reale Wirtschaftswachstum durch die Deflation verzerrt wird. Nominell, also zu laufenden Preisen, betrug das auf das Jahr hochgerechnete Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal lediglich 1,2 Prozent Q/Q. Weiters ist das hohe Wirtschaftswachstum vor allem auf gestiegene Kapitalinvestitionen zurückzuführen, die vor allem von exportorientierten Unternehmen getätigt worden sein dürften, die von einem besseren konjunkturellen Umfeld in den USA profitieren.

Während in der letzten Woche nur eine geringe Zahl von wichtigen Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, ist in dieser Woche der Datenkalender lange. Vor allem die US-Daten wie Einzelhandelsumsatz, Verbrauchervertrauen, Industrieproduktion, Frühindikator und der Philadelphia Fed Index werden auf großes Marktinteresse stoßen. In der Eurozone gibt es neue Zahlen zur Industrieproduktion und in Deutschland erscheint der ZEW Geschäftsklimaindex. Der US-Dollar, der in der letzten Woche gegenüber dem Euro um über zwei Prozent gefallen ist, sollte mit von uns erwarteten guten US-Konjunkturdaten in dieser Woche wieder zulegen. Auch das erwartete negative Ergebnis beim Euro-Referendum im Schweden spricht in den nächsten Tagen gegen den Euro.

Der Goldpreis ist seit Mitte August deutlich angestiegen. Im Verlauf der letzten Woche erreichte der Preis je Feinunze zwischenzeitlich mit über 382 US-Dollar den höchste Stand seit Oktober 1996. Hauptverantwortlich für den steigenden Goldpreis der letzten Wochen war vor allem ein gestiegenes Interesse am als sicheren Hafen angesehenen Gold nach einigen Anschlägen im Nahen Osten und einer erhöhten Unsicherheit vor dem Jahrestag der Terroranschläge des 11. September 2001. Auch zwischenzeitliche Dollarschwächefasen wurden zu Goldkäufen genutzt, da ein schwacher Dollar das in US-Dollar notierende Gold für Anleger außerhalb des Dollarraumes attraktiver macht.

Wenig Veränderung gab es in der letzten Woche bei den Geldmarktzinsen. In dieser Woche finden die Notenbanksitzungen in den USA und der Schweiz statt. Wir erwarten keine Änderung der Leitzinsen. Bei der EZB-Sitzung steht diese Woche keine Zinsentscheidung an. Die Anleiherenditen sind in der letzten Woche sowohl in Euroland als auch in den USA leicht gefallen.

Die wichtigsten Aktienmärkte verzeichneten in der letzten Woche nach den deutlichen Anstiegen der Vorwochen ein leichtes Minus. Mit von uns erwarteten überwiegend guten US-Konjunkturdaten sollten die Märkte in dieser Woche wieder leicht zulegen.

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