Fischer besorgt über Wissenschaftspolitik und finanzielle Aushungerung der Erwachsenenbildung

Wien (SK) "Die Alarmrufe von Top-Forschern, Rektoren der Universitäten und aus dem Bereich anderer Bildungsinstitutionen, die ein finanzielles Aushungern im Bereich von Forschung und Bildung befürchten, werden immer stärker", sagte am Freitag der Zweite Nationalratspräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Festrede zum 50. Gründungstag der oberösterreichischen Volkshochschulen in Linz, in seiner Eigenschaft als Präsident des Verbandes der österreichischen Volkshochschulen. Die Tatsache, dass der Wissenschaftsfonds (WFF) heuer mit einem 20 Prozent geringerem Budget als im Vorjahr auskommen müsse und die Studiengebühren offensichtlich nicht den Universitäten zugute kommen würden, bringe Österreichs Wissenschaft und Forschung in Gefahr den internationalen Anschluss zu verlieren. ****

"Wenn mehr als 1.500 Forscher, unter Ihnen Österreichs renommierteste Wissenschafter wie Anton Zeilinger und Josef Penninger, in einer Unterschriften-Aktion für die Wahrung der Unabhängigkeit des Fonds für Wissenschaft und Forschung (FWF) und eine adäquate finanzielle Ausstattung dieses Fonds plädieren, dann müssten auch bei der Regierung die Alarmglocken läuten, weil es nicht genügt, am Sonntag vom großen Stellenwert von Wissenschaft und Forschung zu reden und von Montag bis Freitag die dementsprechenden finanziellen Voraussetzungen zu verweigern", kritisierte Fischer. Investitionen in Bildung und Forschung würden in einer globalisierten ökonomischen Welt Zukunftsperspektiven, Wettbewerbsfähigkeit und hochqualifizierte Arbeitsplätze bedeuten.

"Wissen ist Macht" lautete einer der prägnanten Sätze in diesem Zusammenhang, weil Wissen und Bildung sowohl ein ganz entscheidender Produktionsfaktor als auch ein ganz entscheidender Faktor zur Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit sind, betonte Fischer.

Nicht vergessen solle man in diesem Zusammenhang auf die Erwachsenenbildung in Österreich. Auch für die Erwachsenenbildung und Weiterbildung gebe es - wie für die Universitäten, Forschung und Schulen - immer geringere finanzielle Mittel. "Allein in diesem Jahr hat der Bund seine Mittel für die gemeinnützige Erwachsenenbildung um 20 Prozent gekürzt, nachdem er bereits in den vergangenen Jahren empfindliche Kürzungen vorgenommen hat", erläuterte Fischer. Eine Reaktion darauf seien Preissteigerungen bei den Bildungsangeboten, die es wiederum Angehörigen kaufkraftschwacher Schichten der Bevölkerung immer schwieriger bis unmöglich mache Bildungsangeboten wahrzunehmen. In diesem Zusammenhang zitierte Fischer aus einer Presseaussendung der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreich, deren Vorsitz derzeit beim Forum katholische Erwachsenenbildung liegt: "Die Erwachsenenbildung ausschließlich 'dem Markt' zu überlassen, verschlechtert die Bildungsmöglichkeiten großer Bevölkerungsteile und vergrößert dadurch die Armut in unserem Land".

An die Bundesregierung sei daher die Forderung zu stellen, auf dem Gebiet der Forschung, der Universitäten, der Schulen und der Erwachsenenbildung ein immer stärkeres Auseinanderklaffen von Worten und Daten zu beenden und zur Sicherung der Zukunft unseres Landes für Forschung und Bildung ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. "Ansonsten wird Österreich auch in diesem Bereich die Überholspur verlassen und seine Position im Vergleich mit den besten EU-Staaten verschlechtern", schloss Fischer. (Schluss) up/mp

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