Prets: "Brustkrebs-Früherkennung rettet Leben"

Regierung hat dringenden Nachholbedarf

Wien(SK) "Mit qualitätsgesicherten Brustkrebs-Früherkennungsprogrammen und einem Brustscreening können Lebensqualität und Überleben von Frauen erheblich verbessert werden", unterstrich SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets am Freitag bei einer Pressekonferenz. Brustkrebs gehört in Österreich zu den häufigsten Tumorarten, allein im Jahr 2000 starben 1.661 Frauen an dieser Krankheit. "Österreich liegt mit rund 4.400 Neuerkrankungen im Jahr in der EU an vierter Stelle, wir haben also dringend Nachholbedarf", stellte Prets klar. Österreich habe zwar schon vier Zentren, wo gute Ansätze zu erkennen seien, sei aber noch weit davon entfernt, ein Screening, das den Namen verdient, durchführen zu können. Prets:
"Jede Frau, die mit Brustkrebs konfrontiert ist, braucht Schutz, Vertrauen, und die bestmöglichen Spezialisten, die diese Krankheit psychisch und physisch lindern und heilen können."****

In Schweden, Finnland oder Großbritannien sind solche Früherkennungsprogramme schon seit fast 20 Jahren etabliert. "Österreich muss raschest handeln, wir sind de facto der einzige EU-Staat, der über kein effektives Früherkennungsprogramm verfügt", kritisierte Prets. Wichtig sei es daher jetzt, dass nachhaltige Präventivmaßnahmen gesetzt werden. Die Forderungen nach Schulungen für medizinisches und technisches Personal seien zwar mit Kosten verbunden und vordergründig teuer. Längerfristig sei aber effektive Vorsorge wesentlich günstiger, da die jährlichen Behandlungskosten für die rund 4.400 Frauen entfallen könnten. Prets: "Ganz abgesehen von der möglichen Vermeidung menschlicher Tragödien und der Verbesserung der Lebensqualität vieler Frauen."

Europaweit gebe es einheitliche Kriterien, so Prets, die es jetzt umzusetzen gelte. Der Europäische Rat hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2006 die Zwischenergebnisse und Daten der einzelnen Länder zur Brustkrebsvorsorge zu evaluieren. Prets: "Wir haben also nicht mehr viel Zeit." Die Europaabgeordnete betonte, dass Österreich die Zusage gegeben habe, die EU-Leitlinien zur Brustkrebsprävention zu erfüllen. "Die Regierung wird daher aufgefordert, endlich die erforderlichen Maßnahmen auf den Tisch zu legen. Es fehlen in Österreich bundesweit die nötigen Schulungen, das technische Personal und Gerät, die notwendigen Statistiken, die flächendeckende Zusammenarbeit der verschiedenen Leistungserbringer im Gesundheitsbereich, sowie die begleitenden Info-Kampagnen." Prets: "Nur mit speziellen Zentren können wir das Vertrauen der Frauen gewinnen."

Unterstützung bekam Prets von der SPD-Europaabgeordneten Karin Jöns, die betonte, dass 90 Prozent aller Brustkrebsfälle heilbar seien, wenn sie nur rechtzeitig erkannt würden. Jöns: "Wenn der Tumor nicht größer als einen Zentimeter ist, sind die Heilungschancen äußert gut." Jedes Jahr erkranken in der Europäische Union 216.000 Frauen an Brustkrebs, 79.000 sterben daran. Bis 2008, so Jöns, will die EU nun die Voraussetzungen schaffen, EU-weit die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs um 25 Prozent zu senken. Zwei der Kernforderungen des EU-Parlaments sind: Frauen ab 50 sollen alle zwei Jahre auf Kosten der Krankenkassen zu einer Mammographie gehen können und die Schaffung von interdisziplinären Brustzentren. Jöns: "Wichtig ist es, dass in solchen Zentren, Spezialisten arbeiten, die ausschließlich an der Brust operieren."

Ins selbe Horn stieß auch der Gynäkologe und Abteilungsvorstands am AKH, Ernst Kubista, der unterstrich, dass kein Frauenarzt Spezialist für alles sein könne. Gerade deswegen seien auf Brustkrebs spezialisierte Zentren so wichtig. Kubista: "Ziel muss es sein, Konzentration, Interaktion und Spezialisierung zu schaffen, denn durch Früherkennung ist sehr viel zu holen." Wer regelmäßig zu Brustkrebsvorsorge und zu Mammographie gehe, so der Frauenfacharzt, senke sein Sterblichkeitsrisiko um 25 Prozent auf zehn Jahre gerechnet. Gemeinsam betonten alle drei am Schluss noch die zentrale Botschaft: "Regelmäßige Brustuntersuchungen können Leben retten." (Schluss) rr

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