Auch Futtermittelhersteller 2003 von Dürre betroffen

Österreichische Futtermittelhersteller besorgt über Rohstoffsituation - Ernten werden in vielen Regionen Europas zum Desaster -steigende Preise bei Futtermitteln

Wien (PWK594) - Trockenheitsbedingte Ernteausfälle sowohl in Österreich als auch im EU-Binnenmarkt wirken sich negativ für die landwirtschaftlichen Veredelungsproduzenten sowie für die österreichischen Futtermittelhersteller aus.

So dürfte Futterweizen EU-weit in diesem Wirtschaftsjahr so gut wie nicht vorhanden sein. Bei Gerste für die Futtermittelerzeugung entwickelt sich die Situation ähnlich. Besonders bei Mais hat die trockene und heiße Witterung der letzten Wochen EU-weit zu einer deutlichen Reduzierung der Erträge geführt. Im EU-Durchschnitt liegt der Ernterückgang bei ca. 20 %, in EU-Hauptverbrauchsländern wie Frankreich und Italien bei bis zu 1/3. Sowenig Getreide wurde in der EU seit dem Betritt Schwedens, Finnlands und Österreichs im Jahr 1995 nicht mehr geerntet. Auch in Osteuropa sind die Ertragseinbußen im Agrarsektor zumindest in derselben Größenordnung tlw. sogar höher, weshalb auch diese Länder Agrarprodukte importieren werden müssen.

Selbst die Freigaben von Interventionsbeständen ( = Lagerräumung) werden nicht ausreichen, um das Defizit an Getreide für die Futtermittelerzeugung auszugleichen. Da Getreide allerdings einen wesentlichen Rohstoff für Futtermittel bildet, werden Drittlandsimporte notwendig.

Dementsprechend ziehen die Marktpreise insbesonders beim Mais um bis zu 30 % an. Sollten die Ernten EU-weit wie zuletzt prognostiziert ausfallen - die Maisernte ist noch im Gang - können weitere Anstiege der Notierungen nicht ausgeschlossen werden. Preissteigerungen bei Zuckerrübenschnitzel in Höhe von 10 % wurden ebenfalls bereits angekündigt.

Kräftige Preisanstiege bis zu 20 % sind auch bei heimischen Ölfrüchten, wie z.B. Sonnenblumenkernen, Raps und Sojabohnen sowie anderen eiweißhaltigen landwirtschaftlichen Rohstoffen zu beobachten. Zusätzlich hat sich die Situation für die Futtermittelproduzenten durch Erschwernisse bei der Schifffahrt verschärft. Die niedrigwasserführenden Flüsse Rhein und Donau und die damit verbundenen geringeren Schiffsauslastungen bei der Anlieferung von Rohstoffen per Schiff haben die Transportkosten durch Verrechnung von Kleinwasserzuschlägen um ca. 15% ansteigen lassen.

Ein unmittelbarer Preisanstieg bei Futtermitteln ist daher die unumgängliche Folge. Die endgültige Höhe dieser Preissteigerungen wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen, vor allem nach Abschluss der Maisernte. Durch die Preissteigerungen für Futtermittel sind in Folge Preiserhöhungen für Nahrungsmittel tierischen Ursprungs zu erwarten. (us)

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