Grünewald sieht positiven Beginn bei Rundem Tisch zu Gesundheitsreform

Heftige Kritik an Hauptverbandspräsident Gleitsmann

Wien (OTS) "Das Bekenntnis zur Qualitätssicherung und zur solidarischen, chancengerechten Weitergabe medizinischen Fortschritts an alle ist ein positiver Beginn. Primär wird es darum gehen gesundheitspolitische Ziele zu definieren und Wege aufzuzeigen, wie diese effizient erreicht werden können" kommentiert Kurt Grünewald, die Ergebnisse des gestrigen Runden Tisches zur Gesundheitsreform.

Faktum bleibe, dass die Kosten im Gesundheitsbereich aufgrund der zunehmenden Zahl älterer und chronisch Kranker PatientInnen und der fortschreitenden Möglichkeiten der Medizin steigen werden. Das zu leugnen hieße den Menschen Sand in die Augen zu streuen und dies wäre kein gutes Signal für einen beginnenden Dialog. "Die Bundesregierung wird sich daher die Gretchenfrage stellen müssen 'was ist uns die Gesundheit wert?' Eine Antwort darauf ist man den Menschen schuldig", so Grünewald.

Es sei zudem notwendig aufzuzeigen, dass die Kosten der Gesundheitserhaltung und Krankenbehandlung keine Verschleuderung öffentlicher Mittel darstelle. Ein effizienter Mitteleinsatz trügen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft, Wirtschaft und Staat eine hohe Rendite.

Grünewald verweist darauf, dass die letzten OECD-Daten zeigten, dass Österreich mit seinen Gesundheitsausgaben unter dem Schnitt vergleichbarer Industrienationen liegt und dies gelte auch für die Wachstumsraten des Gesundheitsbudgets (2.6% versus 3.4%). "Natürlich wird auf lokale Besonderheiten Rücksicht zu nehmen sein. Eine weitere Zersplitterung von Kompetenzen und Verantwortungen im Sinne reduzierter Bundeskompetenzen bei Zielvorgabe, Steuerung und Qualitätssicherung wäre allerdings falsch verstandener Föderalismus", so Grünewald.

Irritierend seien allerdings die bereits im Vorfeld des Runden Tisches geäußerten Bemerkungen des Präsidenten des Hauptverbandes Gleitsmann. "Wenn der Präsident der Versicherten sich für die Deckelung öffentlicher Gesundheitsbudgets ausspricht und erwartet, dass private Gesundheitsausgaben steigen werden, dann tritt er in vorauseilendem Gehorsam in die Rolle des Arbeitgebervertreters oder in die Karl Heinz Grassers", so Grünewald. Laut Industriewissenschaftlichem Institut und laut dem Österreichischem Bundesinstitut für Gesundheitswesen liege Österreich was die privaten Zuzahlungen ins Gesundheitswesen betrifft bereits nach den USA und den Niederlanden an unrühmlicher dritter Stelle. "Auch hier noch Weltmeister werden zu wollen, sollte sich Gleitsmann und mit ihm die Bundesregierung wirklich besser überlegen", so Grünewald.

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