AK-Kalliauer: Dramatischer Rückgang bei Lehrstellen

Linz (OTS) - Immer weniger heimische Unternehmer bieten jungen Menschen die Chance zu einer guten Berufsausbildung. Bisher wurden heuer um 2,67 Prozent weniger Lehrverträge erfasst als noch im Vorjahr. "Die Unternehmer drücken sich vor ihrer Verantwortung", kritisiert
AK-Vize Dr. Johann Kalliauer.
"Bemerkenswert ist, dass vor allem bei den Unternehmern, die in der Wirtschaftskammer organisiert sind, die Zahl der Lehrverträge dramatisch abnimmt", so AK-Vize Kalliauer. Hier wird das Gros der heimischen Arbeitnehmer ausgebildet, gegenüber dem Vorjahr gibt es um 413 Lehrverträge weniger - das bedeutet ein Minus von 5,32 Prozent. Die WK-Mitgliedsbetriebe haben heuer bis zum Stichtag 10. September 7343 neue Lehrverträge abgeschlossen, 2002 waren es noch 7756 gewesen. "Gleichzeitig ist nach Daten des AMS die Situation der Jugendlichen am Arbeitsmarkt prekär, bereits jeder vierte Arbeitslose ist unter 25 Jahre alt", betont Kalliauer.
Bei Gewerbe und Handwerk beläuft sich das Minus auf 186 Lehrstellen (4,82 Prozent), im Handel auf 110 (7,55 Prozent) und Information/Consulting auf 15 Lehrstellen (8,5 Prozent). Lediglich bei Transport und Verkehr (+6,38 Prozent oder neun Lehrverträge mehr) und im Tourismus (+5,33 oder 38 Lehrverträge mehr) gibt es leichte Zuwächse.
Der negative Trend wird ein wenig durch Sparten außerhalb der Wirtschaftskammer abgedeckt, in Branchen wie Rechtsanwälte oder Apotheken wurden mehr Lehrverträge abgeschlossen als im Vorjahr (+19,17 Prozent), deutlich mehr Jugendliche wurden auch in Schulungsmaßnahmen untergebracht.
"Die Unternehmer dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen", so AK-Vize Kalliauer, "aber auch die Landespolitik ist gefordert. Landeshauptmann Pühringer hat ungeachtet der dramatischen Situation im Sommer ein Treffen der Sozialpartner zu diesem Thema abgesagt - er agiert hier um keinen Deut besser als die Bundesregierung in Wien. Jetzt kurz vor der Landtagswahl will er wieder aktiv werden - den Jugendlichen ohne Lehrstelle wird das aber nicht mehr helfen."

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