AKNÖ-Staudinger zu Lainz: Schuld liegt nicht alleine am Pflegepersonal

Neuer Gesetzesentwurf setzt Qualitätsstandards in der Altenpflege noch mehr herab

Wien (AKNÖ) – Der Präsident der AKNÖ, Josef Staudinger zeigt sich über die Vorfälle in Lainz erschüttert, lehnt es jedoch entschieden ab, die Schuld auf das Pflegepersonal abzuwälzen: "Rigorose Einsparungen und ein eklatanter Personalmangel führen zwangsläufig zu einer permanenten Überbelastung der einzelnen Mitarbeiter. Jeder einzelne muss bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gehen, um die Arbeit zu bewältigen." Staudinger wünscht sich eine objektive Debatte: "Der sensationslüsterne Umgang mit den Schicksalen alter Menschen muss ein Ende haben." Er fordert eine bessere Bezahlung für Pflegeberufe und bessere und vielfältigere Ausbildungsmöglichkeiten. "Die Attraktivität der Pflegeberufe ist nicht die beste. Es muss eine Kampagne gestartet werden, durch die dieses Berufsbild den gesellschaftlich hohen Stellenwert einnehmen kann, den es verdient", erklärt Staudinger.****

"Einen weiteren Punkt in dieser Diskussion stellt sicherlich ein Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums dar, dessen Begutachtungsfrist vor wenigen Tagen abgelaufen ist", erklärt der AKNÖ-Chef. Von der Öffentlichkeit wenig beachtet, leiste dieser Entwurf Vorschub für eine massive Qualitätseinbusse in der Betreuung alter Menschen: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger und Schwestern können durch billigere, weniger gut ausgebildete Personen bzw. durch Nachbarschaftshilfe ersetzt werden.

Der Gesetzesentwurf/Ärztegesetz § 49, Abs. 7 : Der Arzt kann im Einzelfall insbesondere in Rahmen von Hausbesuchen und der extramuralen Versorgung, ärztliche Tätigkeiten an Angehörigen des Patienten, Nachbarn oder Personen, unter deren Obhut der Patient steht, übertragen, sofern der Patient in seiner gewähnten Umgebung versorgt werden kann. Zuvor hat sich der Arzt zu vergewissern, dass die Person, an die die Übertragung erfolgen soll, über die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügt und dieser die allenfalls erforderlichen Anleitung und Unterweisung zu erteilen.

"Der Fall Lainz hätte eigentlich eine Trendumkehr bewirken müssen. Statt dessen marschieren die politisch Verantwortlichen unbeirrt auf dem Weg weiter, der alte Menschen zu Menschen zweiter Klasse macht", zeigt sich Staudinger erschüttert.
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