Ferrero-Waldner besucht österreichisches Frauenhaus in Belgrad

Humanitäre Hilfe für Opfer von Menschenhandel

Belgrad (OTS) - Außenministerin Ferrero-Waldner besuchte heute im Rahmen ihres Besuches in Serbien und Montenegro das Frauenhaus SHELTER in Belgrad. Dieses Projekt der Österreichischen Ostzusammenarbeit bietet Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind, eine sichere Zuflucht. Durch die Zusammenarbeit mit serbischen Behörden wird ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität geleistet.

"Internationaler Menschenhandel ist für die organisierte Kriminalität in Europa ein lukratives, grenzenloses Geschäft. Jährlich werden nach Schätzungen der EU Kommission etwa 120.000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, zum Opfer von Menschenhändlern. Häufig werden sie in die Prostitution gezwungen und müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Hauptursache für die Ausbreitung des Menschenhandels sind die Armut und die schwierigen Lebensbedingungen in vielen Ländern Ost- und Südosteuropas, der GUS und Zentralasiens", sagte Ferrero-Waldner.

Kampf gegen den internationalen Menschenhandel

Den Frauen, die von Menschenhändlerringen über den Balkan nach Westeuropa geschleust werden, bietet das Frauenhaus Shelter in Belgrad eine sichere Unterkunft und ärztliche und psychologische Betreuung. Die Frauen werden auf die Rückkehr in ihre Heimatländer vorbereitet und bekommen Unterstützung bei ihrer Reintegration. Bis zu 20 Frauen können im Shelter Zuflucht und Hilfe finden. Sie spielen im Kampf der serbischen Justiz gegen den Menschenhandel eine entscheidende Rolle. Viele der Frauen sagen als Zeuginnen bei Prozessen gegen die organisierte Kriminalität aus und ermöglichen damit erst, die europaweiten Netzwerke des Menschenhandels auszuforschen.

Zwei Organisationen, die serbische "Councelling Against Family Violence" und die "International Organisation for Migration" mit Sitz in Wien, führen dieses Projekt gemeinsam im Auftrag der Ostzusammenarbeit im Außenministerium durch. Seit der Gründung des Frauenhauses hat Österreich diese humanitäre Hilfe für Frauen mit 315.000 EUR finanziert.

Schwerpunktland Serbien

Serbien und Montenegro ist ein Schwerpunktland der Österreichischen Ostzusammenarbeit. Insgesamt hat die Österreichische Ostzusammenarbeit seit 2001 6,4 Mio. EUR in die Partnerschaft mit Serbien und Montenegro investiert. Im Jahr 2003 steht ein Budget von 1,7 Mio. EUR zur Verfügung; in den kommenden Jahren ist mit einem deutlichen Anstieg der Mittel zu rechnen. Österreich fördert in Serbien und Montenegro vor allem Projekte in den Bereichen Umweltschutz - v.a. Wasserversorgung -, Bildung, Wirtschaft und Beschäftigung sowie Rechtsstaat und Zivilgesellschaft. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Land bei seinen Bemühungen um eine schrittweise weitere Integration in die europäischen Strukturen zu unterstützen.

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