"Treffpunkt Kultur" am 15. September im ORF

Anlässlich der "Langen Nacht der Museen" am 20. September live aus dem Kunsthistorischen Museum

Wien (OTS) - Anlässlich der "Langen Nacht der Museen", die der ORF heuer bereits zum vierten Mal am Samstag, dem 20. September 2003, in ganz Österreich veranstaltet, meldet sich Barbara Rett am Montag, dem 15. September, um 22.30 Uhr in ORF 2 mit einer "Treffpunkt Kultur"-Sondersendung live aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien und präsentiert folgende Beiträge:

Wer soll das alles sehen?: Quotenjagd statt Standortbestimmung in Österreichs Museen

Die Bundesmittel sind knapp, das Match ums Publikum wird härter: Mehr als 88.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die Kunst bot Wien mit Eröffnung des MuseumsQuartiers - doch seither ist das Terrain wieder beträchtlich angewachsen. Nächstes Jahr kommt das Liechtenstein Museum als neuer Mitstreiter dazu. So viel Konkurrenz lässt die Museumsdirektoren nicht schlafen und treibt sie auf die beständige Jagd nach Blockbustern. Wer hat die quotenträchtigste Schau? Auf der Strecke bleibt dabei bisweilen ein eigenständiges Profil der Häuser und die inhaltliche Standortbestimmung: Sollten Klimt und Schiele ins Leopold Museum übersiedeln? Wäre die mittlerweile stornierte Klee-Schau in der Albertina tatsächlich am rechten Ort gewesen? "Schluss mit Kraut und Rüben", forderte KUNSTHALLE-Chef Dr. Gerald Matt. "Wer soll das alles anschauen?", unkten Kulturmanager schon vor Jahren. Ein Museumskonzept muss her - sind sich die meisten Kulturpolitiker einig. Das hat die zuständige Ministerin Gehrer schon 1998 angekündigt. Diesen Herbst soll es tatsächlich so weit sein. "Treffpunkt Kultur" begibt sich auf eine Fahrt durch den Wiener Museumsdschungel - von A wie Albertina bis W wie Wien-Museum. Barbara Rett bittet zu einer hochkarätigen Live-Diskussion: Neben Hausherr HR Prof. Dr. Wilfried Seipel haben Kulturministerin Elisabeth Gehrer, der Direktor des MUMOK, Prof. Edelbert Köb, und der Präsident des Museumsbundes, Mag. Dr. Peter Assmann, ihr Kommen angesagt.

Neues Licht auf alte Meister: Barockes Opening im Liechtenstein Museum

Die wertvollen Rottmayr-Fresken - Überraschungsfund bei den Restaurierungsarbeiten - sind noch nicht fertig saniert. Doch ansonsten erstrahlt das Palais in neuer alter Pracht - nichts erinnert mehr an das Museum moderner Kunst, das hier mehr als zwei Jahrzehnte einquartiert war. Nach zweijähriger Generalsanierung öffnet das Liechtenstein Museum für die "Lange Nacht der Museen" erstmals seine Pforten: ausgewählte Objekte der fürstlichen Kunstsammlung werden zu sehen sein, erstmals ist auch die klassizistische Bibliothek mit ihren mehr als 100.000 Bänden öffentlich zugänglich. "Treffpunkt Kultur" war schon vor dem barocken Opening auf Lokalaugenschein.

Die Leiden der alten Wärter: Menschen im Museum - ein Feuilleton

Frau C. hatte eine Jahreskarte für das Kunsthistorische Museum. Die braucht sie jetzt nicht mehr. Im Alter von 54 Jahren beschloss sie, sich ihre Passion entlohnen zu lassen. Seither ist die ebenso resolute wie kunsthistorisch gebildete Frau Wärterin im Reich von Canaletto, Breughel und Rubens. Exakt weiß sie Publikumsströme zu prognostizieren - wohin Japaner eilen, zu welchen Gemälden Italiener drängen, wo Amerikaner am längsten verweilen. "Treffpunkt Kultur" spürt den Leiden - und Freuden - von Museumswärtern nach: Wie gehen sie mit Publikumsandrang um, wie mit der Stille? Welchen Gedanken hängen sie in Räumen nach, die so mit Erinnerungen behaftet sind? Ein Feuilleton über die wahren Museumskenner.

Nebelschwaden: Mysteriöse Kunstkrimis und ihre rechtlichen Folgen

1994 wurden während einer Ausstellung in Frankfurt/Main innerhalb einer halben Stunde drei Bilder von Caspar David Friedrich und William Turner im Wert von etwa 40 Millionen Euro gestohlen. So mysteriös dieser Raub war, so eigenartig verlief die Rückkehr der Kunstwerke. Mit der Hilfe von Mittelsmännern und ungenannten, weil hohen, Summen hängen die Bilder jetzt wieder dort, wo sie hingehören. Nachdem die Versicherungen aber bezahlt haben, bleibt jetzt eine wesentliche Frage zu klären: Wem gehören die Bilder eigentlich? "Treffpunkt Kultur" versucht, ein wenig Licht in die nebulose Affäre zu bringen und derart heikle juristische Fragen zu knacken. Und Barbara Rett befragt Direktor Wilfried Seipel über den letzten Stand der Ermittlungen um die gestohlene Saliera.

Gewitzt: Kunst-Klau im Kino: Legendäre Kunstdiebstähle im Film

Sie sprühen vor Witz und Charme, sind geistreich und gerissen - und ihre Garderobe stiehlt jedem Monet die Schau. Wenn Hollywoodstars im Kino lange Finger machen, liegt die Kunst meist im Dialog. Unvergessen ist Audrey Hepburns Augenaufschlag, als sie sich von Peter O'Toole unterweisen ließ, wie man eine Million klaut. Fast schon zu schön war Pierce Brosnan im chic gestylten Remake der "Thomas Crown Affäre". "Treffpunkt Kultur" erinnert an die berühmtesten Kunstdiebstähle im Film.

Aufbruch in die Zukunft: Neues virtuelles Museum geht online

Selbstverständlich gibt es jene Sorte von Kulturtouristen, die durch die Säle des Louvre hasten, einzig, um ein Lächeln von Mona Lisa zu erhaschen. Doch in der Regel lädt ein Museum dazu ein, darin zu verweilen, sich inspirieren und treiben zu lassen. Man sucht darin nichts - man besucht es. Diese Gedanken nimmt nun auch ein völlig neuartiges virtuelles Museum aus Österreich auf: thecrystalweb hat Inhalte bzw. Exponate aus 300 Institutionen vernetzt. Der Besucher bahnt sich darin assoziativ seinen Weg, wird zum eigenen Kurator. Demnächst geht das virtuelle Museum online, im Rahmen der "Langen Nacht der Museen" wird es im Leopold Museum präsentiert. "Treffpunkt Kultur" hat es vorab besucht.

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