AK: Regierung macht Weiterbildung teurer

Kein Grund zum Feiern beim Fest der Weiterbildung - AK fordert von der Regierung 100-Millionen-Euro-Förderpaket für Weiterbildung

Wien (AK) - "Die Regierung macht die Weiterbildung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teurer", kritisiert Johanna Ettl, Leiterin des Bereiches Bildung in der AK Wien, "zum Feiern hat die Bildungsministerin morgen beim Fest der Weiterbildung in Wien keinen Grund." Die Kürzung der Bundesförderung für Erwachsenenbildung um ein Viertel bedeutet, dass die gemeinnützigen Weiterbildungsinstitute entweder Lehrpersonal entlassen oder die Kurspreise erhöhen müssen, sagt Ettl. Zusätzlich riskieren ArbeitnehmerInnen nach den jüngst beschlossenen Pensionskürzungen weniger Pension, wenn sie in Bildungskarenz gehen. "Soll das der ‚Vorrang für Bildung’ sein, den die Regierung in Sonntagsreden verspricht?", fragt Ettl. Die AK fordert von der Regierung ein 100-Millionen-Euro-Förderpaket für die Weiterbildung: "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen sich ihre Weiterbildung leisten können," so Ettl.

"Eine einzige Stunde EDV-Kurs kostet heutzutage oft so viel, wie eine Arbeiterin an einem ganzen Tag verdient", kritisiert Ettl, "und ausgerechnet fürs Nachholen des Hauptschulabschlusses werden zum Beispiel in Wien schon über 700 Euro verlangt. Das ist unleistbar -gerade für Wenigverdiener, die nur durch Weiterbildung die Chance auf mehr Verdienst haben." Trotzdem kürzte die Regierungskoalition jetzt die Bundesförderung um ein Viertel auf 9 Millionen Euro - und durch die Kürzung der Förderung drohen höhere Kurspreise bei den gemeinnützigen Weiterbildungsinstituten. "Die Regierung lässt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Weiterbildung im Stich", sagt Ettl, "sie nimmt nicht einmal die EU ernst, die bei jeder Gelegenheit mehr Investitionen in Bildung und Ausbildung von Fachkräften fordert."

"Bildung ist der Schlüssel für gute Chancen im Beruf. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen Zeit und Geld für ihre Weiterbildung", sagt Ettl. Die AK fordert, dass der Bund ein 100-Millionen-Euro-Förderpaket für die Weiterbildung zur Verfügung stellt. Ausgezahlt werden soll das Geld als Bildungsprämie. Wer weniger verdient, soll mehr Förderung für die Weiterbildung bekommen. Außerdem will die AK für ArbeitnehmerInnen einen gesetzlichen Anspruch auf jährlich insgesamt eine Woche Weiterbildung in der Arbeitszeit.

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