"Neues Volksblatt" Kommentar: "Schnäpchen" (Von Heinz Wernitznig)

Ausgabe vom Freitag, 12. September 2003

Linz (OTS) - =

Voestler müsste man sein. Während Privatanleger
derzeit fast 35 Euro je voestalpine-Aktie zahlen müssen, erhalten die Mitarbeiter des Stahlkonzerns im Rahmen der Vollprivatisierung das Papier - via Stiftung - zum Preis von 28,28 Euro. Ein Narr, wer da nicht zugreift! Außerdem werden die Beschäftigten ähnlich dem erfolgreichen Beispiel AMAG mit einem künftigen Aktienanteil von 10,3 Prozent zu einem nicht zu vernachlässigenden Faktor im Unternehmen. Alles Vorteile, von denen 99 Prozent der Beschäftigten in Österreich nur träumen können.
Wie aber bedanken sich die Belegschaftsvertreter für diese einzigartige Bevorzugung? Im Bemühen, für die oö. SPÖ Wahlkampfhilfe zu betreiben, werden sie nicht müde, die Privatisierung wider besseren Wissens schlecht zu machen und das Gespenst des Ausverkaufs ins Ausland an die Wand zu malen. Nachdem der Druck der Straße in der vergangenen Woche nichts gefruchtet hat, wurde gestern sogar Bundespräsident Thomas Klestil eine Stellungnahme abverlangt.
Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis, dass es für den Staat hoch an der Zeit ist, sich endgültig aus der Voest zu verabschieden.

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