Niederwieser: Eine schwierige Operation: Start der Innsbrucker Medizinuniversität verzögert sich weiter

Patienten sind vom Organisationsdesaster nicht betroffen

Wien (SK) Als "schwierige Operation" erweise sich die ungeliebte und von oben verordnete Lostrennung der medizinischen Fakultät von der Gesamt-Uni in Innsbruck, so der Tiroler SPÖ-Abgeordnete und Bildungssprecher Erwin Niederwieser Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Obwohl der designierte Rektor mit 1. Oktober sein Amt antreten sollte, sei er immer noch ohne Arbeitsvertrag, bemängelt Niederwieser. ****

Dieser Vertrag sowie eine Zielvereinbarung müssen zwischen Rektor und dem Universitätsrat abgeschlossen werden. Laut Gesetz sind dann auf Vorschlag des gewählten Rektors die Vizerektoren zu wählen und das Rektorenteam - "die Mitglieder des Rektorats" - haben bis 1.Oktober 2003 ihr Amt anzutreten. "Viel Zeit bleibt also nicht mehr", sagt so der SPÖ-Abgeordnete.

Laut Niederwieser sei es nach dem rechtswidrigen und allen Anpreisungen der Autonomie widersprechenden Eingriff des Ministeriums in das Bestellungsverfahren für den Rektor auffallend ruhig geworden und das Ministerium suche nach Auswegen, sein Verhalten nachträglich zu legitimieren. Für den Abgeordneten sei es auch "kein Wunder, dass es noch keinen Vertrag gibt, sitzt doch der designierte Rektor auf einem zweifachen Schleudersitz". Zum einen sei das UG 2002 durch die SPÖ in entscheidenden Punkten angefochten worden und der Spruch des Verfassungsgerichtshofes stehe noch aus. Andererseits stehe der konkrete Bestellvorgang im Widerspruch zum geltenden Gesetz, was auch durch ein Gutachten eines renommierten Innsbrucker Juristen belegt werde. "Was den ÖIAG-Aufsichtsräten nach der Rechnungshofkontrolle passiert ist, kann auch einigen der neuen Rektoren passieren", betonte Niederwieser.

Als weitere Hintergründe dafür, warum sich die konkrete Bestellung in die Länge zieht, werden aber auch Gehaltsvorstellungen des designierten Rektors kolportiert. Niederwieser: "Mir gegenüber wurde von Mitgliedern der Fakultät geäussert, dass über eine Jahresgage von 350.000 Euro und einer fixen Professur für den Rektor und seine Gattin verhandelt werde. Das ist weit jenseits von allem, was bisher ein Dekan der medizinischen Fakultät bekommen hat! Und das in einer Zeit des Rotstiftes beim Unibudget!" (Schluss) cs

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