AK: Zu wenig Schutz für Konsumenten bei mobiler Rufnummernmitnahme

Wien (AK) - Konsumenten haben zu wenig Schutz, wenn sie ihre Handy-Nummer zu einem anderen Betreiber mitnehmen wollen. Die Verordnung soll Handynutzer vor Intransparenz bei Tarifen und den Nachteilen eines übereilten Betreiberwechsels schützen. Dieses Ziel könnte aber verfehlt werden, befürchten die AK-Konsumentenschützer und fordern deshalb: eine Nummernübertragung erst nach dem Ende bestehender vertraglicher Mindestlaufzeiten und exakte Angaben zur Art der Betreiberinformation über mitgewanderte Rufnummern.

Erfreulich ist, dass Anrufern jetzt das Recht zugestanden wird, bei Anrufen zu mitgewanderten Nummern über das Zielnetz informiert zu werden. Damit wird die AK-Forderung, für Tariftransparenz bei mobiler Rufnummernmitnahme zu sorgen, zwar weitgehend erfüllt. Konsumenten sollten aber durch Textansage und nicht etwa durch Piepstöne über das Zielnetz informiert werden.

Schutz vor doppelter Grundgebühr bei Verträgen mit Mindestlaufzeit

Nach dem jetzigen Entwurf muss der Konsument dem Mobilfunkbetreiber zu dem er wechselt, bestätigen, dass er über die Gesamtkosten der Nummernmitnahme und die Kosten für einen bestehenden Vertrag Bescheid weiß. Die AK-Konsumentenschützer befürchten, dass bei aggressiven Abwerbeversuchen dem Konsumenten solche Bestätigungen leicht abgeluchst werden können. Denn vielen Konsumenten ist nicht bewusst, wie nachteilig es ist, dem neuen Betreiber eine Nummer vor dem Ende einer bestehenden zwölfmonatigen Vertragsbindung zu übertragen. Es fallen beim Erstanbieter weiterhin Grundentgelte an, ohne dass dieser nach der Weitergabe der Rufnummer noch Leistungen für den Kunden erbringen kann. Die AK-Konsumentenschützer verlangen daher, dass Mobilrufnummern nicht mitgenommen werden können, solange der alte Vertrag nicht gekündigt wurde. Auch ein zeitlich befristetes Rücktrittsrecht gegenüber dem neuen Anbieter würde den Konsumenten vor doppelter Grundgebühr schützen.

Infos zu den Mitnahmekosten

Der Kunde muss bestätigen, dass er über die gesamten Wechselkosten informiert wurde. Um dem Konsumenten beschwerliche Recherchen zu ersparen, sollte der aufnehmende Anbieter verpflichtet sein, dem Konsumenten bereits bei der Vertragsanbahnung Basisinformationen über die Übernahmekosten bereit zu stellen.

Transparenz bei den Abrechungen

Auch bei den Abrechnungen muss bei Anrufen zu mitgewanderten Nummern auf das Zielnetz hingewiesen werden. Konsumenten, die ihre Telefonrechnung überprüfen wollen, wüssten sonst nicht, wie Tarifabweichungen zustande gekommen sind.

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