Fischer erinnert anlässlich des 30. Jahrestages an die Zerschlagung der Demokratie in Chile

Wien (SK) "Morgen vor 30 Jahren hatten wir sehr traurige, alarmierende und dramatische Nachrichten über die Ereignisse in Chile bekommen", so der stellvertretende SPÖ-Vorsitzende und zweite Nationalratspräsident Heinz Fischer bei einem Empfang der österreichisch-chilenischen Freundschaftsgesellschaft am Mittwoch, anlässlich des 30. Jahrestages der "Zerschlagung der Demokratie in Chile". Laut Fischer gäbe es mehrere Motive für diese Veranstaltung. Erstens ist dies eine Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen, zweitens sehe er diese Veranstaltung als Ausdruck der guten Beziehungen zwischen Chile und Österreich und drittens betrachte er dies als Bekenntnis zur Demokratie. "Österreich und Chile müssen versuchen mit dieser Geschichte zu leben und sich damit auseinanderzusetzen", erklärt Fischer. ****

"Nach wenigen Stunden des 11. September 1973 war klar, dass hier eine Machtübernahme stattgefunden hat, bei der Präsident Salvador Allende ums Leben gekommen ist", erklärt Fischer. Wenige Monate danach habe er die, nach Österreich eingeladene, Witwe des Chilenischen Staatspräsidenten Allende im Kaffee Landtmann getroffen, um mit ihr über ihre persönlichen Eindrücke zu sprechen. Er zeigte sich über die Schilderungen sehr betroffen und möchte dieses Gespräch niemals missen.

Fischer erinnerte ebenfalls an die schrecklichen Bürgerkriegsereignisse des 12. Februar 1934, in dem Schutzbund (Sozialdemokraten) und Heimwehr (Christlichsoziale) gegeneinander kämpften und Österreich viele Tote zu beklagen hatte. Nächstes Jahr ist der 70. Jahrestag dieses schrecklichen Ereignisses und auch Österreich könne nicht sagen, dass man diese Geschehnisse schon verarbeitet hätte, so Fischer. An das Jahr 1964, in dem Sozialdemokraten und Christlichsoziale, als gemeinsame Geste, Kränze für die zahlreichen Toten am Zentralfriedhof niederlegten und der damalige Vizekanzler und SPÖ-Bundesparteivorsitzende Bruno Pittermann und Bundeskanzler Josef Klaus diese Geste mit einem Handschlag besiegelten, erinnere er sich jedoch positiv, erklärte der stellvertretende SPÖ-Vorsitzende.

Ebenfalls anwesend war Autor Herbert Berger mit seinem neuen Buch "Zerstörte Hoffnung - Gerettetes Leben". Berger hatte bevor er nach Österreich zurückkehren musste, pastorale Arbeit in Chile geleistet. Nachdem er das Land verlassen hatte, führte er seine Solidaritätsarbeit in Österreich weiter. Abschließend erklärte Fischer, er sehe diese Veranstaltung außerdem als Möglichkeit der Schließung von Wunden und als Zeichen der Versöhnung. (Schluss) bk

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