bfi und VÖGB kritisieren Rückzug der öffentlichen Hand aus Erwachsenenbildung

Bestehenden Weiterbildungsbarrieren muss durch ein Bundesgesetz für Weiterbildung begegnet werden

Wien (ÖGB/VÖGB/bfi). VÖGB (Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung) und bfi Österreich (Berufsförderungsinstitut) kritisieren den Rückzug der öffentlichen Hand aus der Verantwortung für die Erwachsenenbildung. VÖGB und bfi Österreich fordern ein Bundesgesetz für Weiterbildung. ++++

"Es mangelt in Österreich sowohl an einer umfassenden politischen Strategie zur Förderung des lebensbegleitenden Lernens als auch an öffentlichen Fördermitteln", kritisiert Sabine Letz, die Leiterin des VÖGB. Im aktuellen Regierungsprogramm existiere die Erwachsenenbildung nur ansatzweise in Form von Schlagwörtern und in den nächsten zwei Jahren solle das Budget dafür um weitere 25 Prozent gekürzt werden. "Zwischen dem von Politik und Wirtschaft betonten Bedeutungszuwachs der Weiterbildung für ökonomisches Wachstum, Arbeitsmarkt, Demokratie und individueller Entfaltung auf der einen Seite und den gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen im Weiterbildungsbereich auf der anderen Seite lässt sich eine deutliche Diskrepanz feststellen", so Sabine Letz.

Die mit einem Bundesgesetz angestrebte Systematisierung und Modernisierung solle Rahmenbedingungen festlegen, weiterführende koordinierte Entwicklungen auf Ebene der Bundesländer ermöglichen und die Qualität des Angebots sichern. Bei einer bundesweiten Regelung der Weiterbildung werde es möglich, diesen zentralen Bereich in umfassende Veränderungen der Bildungspolitik insgesamt, der Arbeitsmarktpolitik und der Sozialpolitik mit einzubeziehen.

Über ein solches Weiterbildungsgesetz hinaus sind für VÖGB und bfi folgende Punkte zentrale Anliegen bei der Weiterbildung:

Sicherstellung eines gebührenfreien Nachholens von öffentlich anerkannten Bildungsabschlüssen, vom Hauptschulabschluss über die Lehrabschlussprüfung bis zur Berufsreifeprüfung.

Weiterentwicklung der Bildungskarenz als weiterbildungspolitisches Instrument, mit einer entsprechenden finanziellen Zuwendung für die Betroffenen
Rahmenregelung für ein Bildungszeit-Modell.

Bundesweit gebührenfreies Angebot von Bildungsberatung und Bildungsinformation

Bundesweit einheitliche Arbeitnehmer/innen-Förderungen.

Entwicklung und Implementierung eines Akkreditierungs-/Zertifizierungssystems für Anbieter und deren Leistungsangebot. (bm)

ÖGB, 11. September 2003
Nr. 743

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