'Frau in der Wirtschaft'-Chefin Zwazl: "EU muss mehr für Unternehmerinnen tun"

Delegation von ‚Frau in der Wirtschaft’ bei Auftaktveranstaltung zu "EUROCHAMBRES Women Network" in Brüssel

Wien (PWK 589) - "Die Europäische Union muss mehr für Unternehmerinnen tun", fordert Sonja Zwazl, Chefin der WKÖ-Unternehmerinnen-Plattform 'Frau in der Wirtschaft' und Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, mit Blick auf die Einrichtung von "EUROCHAMBRES Women Network", dem Frauennetzwerks der Europäischen Wirtschaftskammern, das am heutigen 10. September in Brüssel in einer feierlichen Zeremonie offiziell aus der Taufe gehoben wird. ‚Frau in der Wirtschaft’ zählt zu den Initiatoren dieser Lobby für die Anliegen von Unternehmerinnen und ist bei der EWN-Auftaktveranstaltung im Europäischen Parlament mit einer 20-köpfigen Delegation vertreten. Insgesamt werden rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern erwartet.

Am EWN-Auftaktevent werden neben WKÖ- und EUROCHAMBRES-Präsident Christoph Leitl, auch EU-Unternehmenskommissar Erkki Liikanen sowie die Vorsitzenden des Ausschusses für die Rechte der Frau und Chancengleichheit im Europäischen Parlament, Anna Karamanou, teilnehmen.

"Wir erwarten uns, dass durch diese Lobby von Kammervertreterinnen aus ganz Europa die Interessen der Unternehmerinnen auf europäischer Ebene stärker berücksichtigt werden", unterstreicht Zwazl: "Beim Gender Mainstreaming, das derzeit in aller Munde ist, stehen zum Beispiel immer die Arbeitnehmerinnen im Vordergrund. Für unternehmerisch tätige Frauen gibt es praktische keine Unterstützung seitens der EU."

Zudem ist Zwazl der Netzwerkgedanke sehr wichtig. "Ich glaube, dass Unternehmerinnen verschiedener Nationalitäten sehr viel voneinander lernen können und durch grenzüberschreitende Projekte das weibliche Unternehmertum gefördert wird. Wir werden auf alle Fälle aktiv an diesem Netzwerk mitarbeiten." Vorbildwirkung für ganz Europa könne etwa das von 'Frau in der Wirtschaft' initiierte Modell der Betriebshilfe haben. Dabei wird Kleinstunternehmerinnen bei Mutterschaft, Krankheit oder Unfall eine Ersatzarbeitskraft zur Verfügung gestellt, die im Mutterschutz sogar kostenlos ist und schon vielen Kleinst-Betrieben das Überleben gesichert hat. (Bei Krankheit oder Unfall kann die Betriebshilfe auch von Kleinstunternehmern in Anspruch genommen werden.) Zwazl: "Von dieser Idee wollen wir unsere Kolleginnen aus den anderen Ländern begeistern bzw. ihnen mit praktischen Tipps bei der Umsetzung zur Verfügung stehen."

Anna-Maria Hochhauser, stellvertretende Generalsekretärin der WKÖ und in dieser Funktion unter anderem für ‚Frau in der Wirtschaft’ zuständig, ergänzt: "Natürlich sollen auch die österreichischen Unternehmerinnen von diesem Netzwerk der Kammer-Frauen profitieren. Durch Informations- und Erfahrungsaustausch wollen wir ihnen zum Beispiel zeigen, wie das brandaktuelle Problem der Vereinbarkeit von erfolgreichem Unternehmertum und Familie in anderen europäischen Staaten gelöst wird. Außerdem möchten wir Europa als Chance für Frauen in Klein- und Mittelbetrieben begreifbar machen."

Das Brüsseler Besuchsprogramm von ‚Frau in der Wirtschaft’ umfasst neben der Teilnahme an der EWN-Auftaktveranstaltung auch Gespräche mit Vertretern europäischer Unternehmensverbänden, der EU-Kommission, des Europäischen Parlaments sowie mit hochrangigen österreichischen Vertretern bei der EU, wo ebenfalls die Forderung nach stärkerer Berücksichtigung von Unternehmerinnen-Interessen deponiert wird.

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