Schwarzböck: Einkommensrückgang schwächt Wettbewerbsfähigkeit

Landwirtschaftliche Einkommen sind 2002 in Österreich um 8% gesunken

Wien (AIZ) - "Die landwirtschaftlichen Einkommen sind 2002 real um 8% gesunken. Damit ist der Zuwachs der beiden vorangegangenen Jahre (plus 7%) wieder verlorengegangen und der Abstand zu den anderen Erwerbseinkommen hat sich weiter vergrößert", stellte heute der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs, Rudolf Schwarzböck, fest.

"Auch für das laufende Jahr 2003 ist angesichts der außergewöhnlichen Wetterereignisse, wie Frühfröste und Dürre, wieder ein Einkommensminus zu erwarten. Damit gerät die Landwirtschaft trotz aller öffentlichen Hilfen in eine ökonomisch äußerst schwierige Situation. Es muss Politik und Gesellschaft klar werden, dass diese schon mehrere Jahre anhaltenden deutlich spürbaren Einkommensverluste zu einer überdurchschnittlichen Abwanderung aus der Landwirtschaft führen werden, wenn hier nicht wirksam gegengesteuert wird. Denn nur so können die vielfältigen Funktionen der Landwirtschaft auch flächendeckend erhalten werden", so Schwarzböck.

Die nun vorliegenden Buchführungsergebnisse 2002 von rund 2.200 land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben, die Basis für den "Grünen Bericht 2002" sind, zeigen, dass die durchschnittlichen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Familienarbeitskraft (FAK) EUR 13.685,- betragen. Gegenüber 2001 bedeutet dies einen Rückgang im Bundesmittel um 6% (real um 8%).

Starke Einkommenseinbußen in der Schweineproduktion

"Starke Einkommenseinbußen gab es in der Schweineproduktion als Folge gesunkener Erzeugerpreise. Der Rindersektor konnte nach den BSE-bedingten Preiseinbrüchen eine positive Entwicklung verzeichnen. Die Milchpreise jedoch gaben vor allem wegen weltweiter Absatzschwierigkeiten deutlich nach. Dem gegenüber stehen ein stark gestiegener Holzeinschlag und verbesserte forstwirtschaftliche Erträge", erläuterte Schwarzböck die vorliegenden Ergebnisse.

Keine weiteren Belastungen bei Umsetzung der Agrarreform

Angesichts der negativen Einkommensentwicklung seien bei der Umsetzung der EU-Agrarreform langfristige Perspektiven notwendig, damit alle zukunfts- und marktorientierten Betriebe ihre Investitionen planen können, so der Präsident. Die landwirtschaftliche Interessenvertretung fordere in diesem Zusammenhang den Start eines Investitionsförderungs-Programms zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe sowie die Sicherstellung der Modulationsmittel für die heimischen Bauern. Darüber hinaus verlangt die Präsidentenkonferenz eine einfache und praxistaugliche Umsetzung dieser Maßnahmen auf nationaler Ebene, um den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich zu halten.

Zur Verbesserung der Wettbewerbssituation der heimischen Betriebe mahnte Schwarzböck erneut die bereits im Regierungsprogramm zugesicherte Schaffung des Agrardiesels ein. Hinsichtlich der bevorstehenden EU-Erweiterung verlangte der PRÄKO-Vorsitzende zur Verbesserung der Position der heimischen Betriebe einheitliche Regelungen, Anwendung und Kontrollen bei den Standards für Umwelt, Tierschutz und Nahrungsmittelsicherheit.
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