AKNÖ-Kritik an der Staatsanwaltschaft wegen Diversions-Angebot in der Lombardclub-Affäre

Bankdirektoren können sich freikaufen. Der Konsument bleibt einmal mehr auf der Strecke.

Wien (AKNÖ) – AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde ist angesichts des Angebots der Staatsanwaltschaft auf Diversion an sechs Bankdirektoren im Zusammenhang mit Zinsabsprachen im sogenannten "Lombard-Club" entsetzt: "Die Diversion wurde an und für sich für Bagatelldelikte geschaffen. Jetzt aber wird sie für Fälle der Hochfinanz ausgenützt! " Seiner Meinung nach ist es ein Skandal, dass sich die Bankdirektoren mit einer Zahlung von 10.000 bzw. 50.000 Euro freikaufen können, während Konsumenten, denen durch die Zinsabsprachen finanzieller Schaden entstanden sind, wahrscheinlich wieder einmal auf der Strecke bleiben. "Dieses Angebot ist für mich ein Indiz dafür, dass wir in Österreich auf dem besten Weg zu einer "Zwei-Klassen-Justiz" sind", zeigt sich La Garde enttäuscht.

Die AK-Finanzexperten kritisieren, dass die Staatsanwaltschaft es verabsäumt hat, die Diversion von einer Schadensgutmachung an die Verbraucher abhängig zu machen. Denn sowohl nach Ansicht der Konsumentenschützer als auch des VKI ist den Konsumenten sehr wohl ein Schaden entstanden. "Nicht umsonst hat die Europäische Kommission eine Geldstrafe in der Höhe von 124,26 Millionen Euro gegen österreichische Banken wegen ihrer Beteiligung am so genannten "Lombard-Club" verhängt. Nun liegt es an den Banken, das Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen, indem sie sich bereit erklären, den eingetretenen Schaden wieder gut zu machen", erklärt La Garde abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1252
presse@aknoe.at
http://www.aknoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0002