Nahost: Genfer Konventionen verbieten gezielte Tötungen und Angriffe auf Zivilisten

Das Rote Kreuz setzt seine humanitäre Hilfe in Israel und den besetzten Gebieten fort

Jerusalem/Genf/Wien (Rotes Kreuz) - Das Rote Kreuz ist sehr
besorgt über die Folgen der zunehmenden Gewalt im Nahen Osten für die Zivilisten.

In den vergangenen Wochen forderten mehrere nach dem humanitären Völkerrecht verbotene Gewalthandlungen Tote und Verletzte unter Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder. Die israelische und die palästinensische Bevölkerung leben in Angst und Unsicherheit.

Die Genfer Konventionen verbieten gezielte Angriffe auf und die Tötung von Personen, die weder direkt an den Feindseligkeiten teilnehmen noch menschliches Leben unmittelbar gefährden. Deshalb muss Handlungen wie gezielten Tötungen, wie sie die israelischen Streitkräfte in jüngster Zeit in den besetzten und den autonomen palästinensischen Gebieten durchgeführt haben, ein Ende gesetzt werden.

Die Genfer Konventionen verbieten auch vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten, wie beispielsweise die jüngsten Bombenanschläge in Israel. Handlungen, die zum Ziel haben, Schrecken unter der Zivilbevölkerung zu verbreiten, stellen eine eindeutige Verletzung des humanitären Völkerrechts dar und müssen daher aufhören.

Das Rote Kreuz ruft alle Parteien einmal mehr zur Zurückhaltung auf und appelliert dringend an alle, die aktiv am Konflikt beteiligt sind, die Bestimmungen und Prinzipien des humanitären Völkerrechts unter allen Umständen einzuhalten. Insbesondere dürfen Zivilisten nicht das Ziel direkter Angriffe sein.

Vierte Genfer Konvention: Schutz in besetzten Gebieten

Das Rote Kreuz ruft allen am derzeitigen Konflikt Beteiligten in Erinnerung, dass die Vierte Genfer Konvention auf die besetzten und die autonomen Gebiete voll anwendbar bleibt. Die Bestimmungen dieser Konvention zielen darauf ab, einer unter Besatzung lebenden Bevölkerung zu erlauben, ein möglichst sicheres und normales Leben zu führen. Laut diesen Bestimmungen hat die Zivilbevölkerung deshalb Anspruch auf besondere Einrichtungen und Dienstleistungen wie medizinische Versorgung und Erziehung sowie auf die Erleichterung des Zugangs zu Arbeitsmöglichkeiten.

Die Vertragsstaaten der Genfer Konventionen, zu denen Israel gehört, sind verpflichtet, die Einhaltung dieser international bindenden Bestimmungen sicherzustellen.

Das Rote Kreuz hält seine humanitären Tätigkeiten in Israel und den besetzten und den autonomen Gebieten in enger Zusammenarbeit mit dem Palästinensischen Roten Halbmond aufrecht.

Rückfragen & Kontakt:

ÖRK - Pressestelle
Mag. Gabriela Hartig
Tel.: 01/589 00-155
Mobil: 0664/823 48 10
hartig@redcross.or.at
http://www.roteskreuz.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK0002