Hofmann zu Elternteilzeit: Kein gesetzliche Regelung erforderlich

Teilzeitregelung funktioniert in Betrieben bereits

Wien (OTS) - Keine Erfordernis für eine gesetzliche Regelung einer Elternteilzeit sieht der Bundesobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), NAbg. Max Hofmann. "In den Betrieben werden derartige Arbeitszeitmodelle längst in Absprache mit den Mitarbeitern gehandhabt."

Für etwas, das bereits funktioniere, sei kein vom Gesetzgeber vorgegebenes Korsett notwendig. Besser als alle gesetzlichen Vorschriften sei das gute Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Hofmann weist darauf hin, dass der RFW bereits seine Bedenken gegen ein festgeschriebenes Recht auf Teilzeit angemeldet habe:

Das Argument, dass Teilzeitbeschäftigung höhere Produktivität bringt, ist nur teilweise richtig, da höhere Produktivität nur im Dienstleistungssektor gegeben ist, aber nicht im Bereich Gewerbe, Industrie oder Handel. Bsp.: Im Kassabereich sind durchgehende Besetzungen notwendig. Wechselt eine Kassiererin die Lage der Arbeitszeit und den Stundenumfang, so ist der Unternehmer jedenfalls angehalten eine weitere Arbeitskraft anzustellen. Diese "Neuorganisation" ist mit wesentlichen Mehrkosten für den Unternehmer verbunden.

Kosten entstehen nicht nur bei der Personalsuche und Personalausbildung sondern auch bei der internen Organisation. Dienstpläne u.dgl. sind zu überarbeiten; die Buchhaltung hat zusätzliche Verwaltungskosten betr. Lohnverrechnung, Sozialversicherung usw. Weiters entsteht ein wesentlich höherer Koordinationsaufwand der Mitarbeiter.

Durch die Aufteilung der Arbeit von einem Mitarbeiter zu zwei oder mehreren, kann es grundsätzlich passieren, dass auf einen Unternehmer plötzlich neue Verpflichtungen zukommen, er Arbeitsmediziner ins Unternehmen holen muß oder bauliche Veränderungen (z.B. sanitäre Anlagen) durchzuführen hat.

Wichtig ist auch, das eine genaue Definition des Begriffes "Mitarbeiter" durchgeführt wird. Weiters ist festzuhalten, in welchem Umfang die Beschäftigung gekürzt werden kann bzw. wie die Lage der Arbeitszeit verändert werden kann.

Weiters ist offen, bis wann ein Arbeitnehmer seine Absichten betreffend Änderung der Arbeitszeit beim Arbeitgeber anzumelden hat. Entsprechend "lange" Fristen sind unbedingt notwendig. Anmeldung und Kündigungsschutz bzw. -fristen müssen korrespondieren.

Bei Schwierigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollte nicht wie im Regierungsprogramm vorgesehen, eine weitere sozialpartnerschaftliche Schlichtungsstelle eingerichtet werden, sondern nach dem "Mediationsmodell" der Familienhospizkarenz vorgegangen werden.

Eine entsprechende finanzielle und organisatorische Unterstützung der Betriebe seitens des AMS wäre förderlich. Hier ist aber wichtig, dass nicht nur Personalsuchkosten ersetzt oder gefördert werden sondern auch anteilig die Folgekosten. Ein fixer Lohnzuschuß für eine bestimmte Zeit, wäre ein möglicher Weg.(schluss)

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