Anspruch auf Teilzeit: Wirtschaft verhandlungsbereit - Rahmenbedingungen entscheidend

Ausnahme für Klein- und Mittelbetriebe nötig - Maßnahmen zur weiteren Arbeitszeitflexibilisierung unbedingt erforderlich

Wien (PWK587) - Die Wirtschaft ist zu Verhandlungen über einen Anspruch auf Teilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes bereit. Dadurch soll insbesondere Frauen in der Zeit zwischen Karenz und Schulbeginn eine leichtere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf ermöglicht werden. Darüber hinaus soll durch diese Maßnahme die Erwerbsbeteiligung von Frauen gefördert und damit wichtiges Arbeitskräftepotential für die Wirtschaft gesichert werden.

Reinhold Mitterlehner, stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich: "Ein solcher Schritt kann aber nur unter geeigneten Rahmenbedingungen für die Betriebe erfolgen. Der Teilzeitanspruch soll für Arbeitnehmer in größeren Betrieben und bei einer Betriebszugehörigkeit von mindestens 3 Jahren ohne Karenzzeiten gelten. In Klein- und Mittelbetrieben, die sich bei Personalplanung und Personaleinsatz naturgemäß schwerer tun als größere Unternehmen, ist es aus organisatorischen Gründen vielfach nicht möglich, entsprechende Teilzeitarbeitsplätze anzubieten. Klein- und Mittelbetriebe müssen deshalb von der Neuregelung generell ausgenommen werden."

Der Anspruch auf Teilzeit für Eltern soll dem Grunde nach bestehen. Dauer, Umfang und Lage der konkreten Teilzeitbeschäftigung sind im Einzelfall zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren. Ziel muss eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten sein. Wenn es keine maßgeschneiderte Lösung auch für die Wirtschaft gibt, droht die Gefahr, dass gerade jene Betriebe, die bereits jetzt viele Teilzeit-Arbeitsplätze vor allem für Frauen anbieten, hier in Zukunft zurückhaltender sein könnten.

Die Wirtschaft ist bereit, soziale Verantwortung wahrzunehmen und zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beizutragen. Im Sinne eines umfassenden Schrittes zur Flexiblisierung des Arbeitsmarktes und einer modernen Arbeitsgestaltung soll aber gleichzeitig mit dem Teilzeitanspruch auch eine Flexibilisierung und Vereinfachung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen unter Orientierung am EU-Recht verwirklicht werden. Mitterlehner: "Wenn einerseits bei Arbeitnehmern der Spielraum für die Inanspruchnahme von Teilzeitregelungen erhöht wird, muss auf der anderen Seite auch der Gestaltungsspielraum der Betriebe vergrößert werden." (RH)

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