Pflegenotstand: Gewerkschaft fordert attraktivere Rahmenbedingungen

Forderungskatalog der IG-work@social der GPA-NÖ -BAGS-Kollektivvertrag

Wien (GPA/ÖGB). "Der in Österreich eklatante Pflegenotstand ist Ergebnis einer Gesundheitspolitik, die keinerlei Rücksicht auf die Bedürfnisse und Interessen der in unserem Gesundheitssystem arbeitenden Menschen nimmt", heißt es in der Einleitung zum Forderungskatalog der Interessengemeinschaft work@social der GPA NÖ, in der Beschäftigte aus Sozial- und Gesundheitsberufen zusammenarbeiten.++++

Daher könne das Problem nur gelöst werden, wenn die Rahmenbedingung für die in Gesundheitsberufen Beschäftigten attraktiver gemacht werden. Ein zentrales und aktuelles Anliegen dabei sei der rasche Abschluss eines Kollektivvertrages für die in der extramuralen Pflege Beschäftigten im Rahmen der BAGS (Berufsvereinigung von Arbeitsgebern für Gesundheits- und Sozialberufe).

Weitere Forderungspunkte beziehen sich auf das vermehrte Augenmerk auf die Angehörigenbegleitung, die adäquate Ausbildung von Führungskräften, vor allem auch im extramuralen Bereich, mehr Möglichkeiten der berufsbegleitenden Höherqualifizierung, attraktivere Arbeitszeitmodelle für die Beschäftigten, Rechtsanspruch auf ein Sabbatical, verpflichtende betriebliche Gesundheitsvorsorge sowie verpflichtende Einführung einer Supervision.

Es wird ein besserer Berufsschutz für die im Gesundheitsberufen tätigen Menschen gefordert, ebenso sollen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen werden.

Dringend müsse es zu einer Kontrolle der Arbeitszeit, vor allem für Poolpersonal und für in Österreich tätiges ausländisches Pflegepersonal kommen. Ebenso werden einheitliche Stellenbeschreibungen und qualitätssichernde Strukturen für leitendes Personal gefordert.

Was die Finanzierung des Gesundheitssystems betrifft, so wird ein deutliches Bekenntnis der Politik zu den im Gesundheitsbereich erbrachten Leistungen gefordert. Grundsätzlich sei eine Finanzierung des Gesundheitssystems durch solidarische und wertschöpfungsorientierte Elemente anzustreben.

Die Forderungen waren auch der Grundtenor einer Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Klausurtagung der work@social/NÖ stattgefunden hat, an der sich der Mitautor des Sozialstaats-Volksbegehrens, Dr. Werner Vogt, Landeshauptmannstellvertreterin Heidemarie Onodi, die stv. Vorsitzende der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe, Gerda Mostbauer, GPA-Regionalgeschäfstführer Peter Stattmann sowie der Vorsitzende der IG work@social NÖ, Wolfgang Gratzer beteiligten.

Mehr im Internet: www.interesse.at/social

ÖGB, 10. September 2003
Nr. 739

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