Flemming: Selbstvertretungsrecht der 3. und 4. Generation muss endlich anerkannt werden

Nur 2 der 21 EU-Abgeordneten Österreichs sind über 60 Jahre alt

Brüssel, 10. September 2003 (ÖVP-PK) "Die Lebenserwartung der europäischen Bevölkerung steigt. Ein Kind, das heute geboren wird, hat die Chance 100 Jahre alt zu werden. Ein entsprechendes Umdenken der 3. und 4. Generation gegenüber hat aber nicht stattgefunden. Es ist vor allem noch nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen, dass auch die Generation der Bürger über 60 Jahre das Recht haben muss, ihre Anliegen selbst in den politischen Gremien auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene zu vertreten", sagte heute, Mittwoch, die österreichische Europaparlamentarierin Dr. Marilies Flemming. Durch den Einsatz des Seniorenbund-Obmannes Stefan Knafl sei es zwar gelungen, sowohl im Nationalrat als auch im Europäischen Parlament eine Vertreterin des Seniorenbundes zu positionieren. "Allein die Tatsache, dass von allen 21 österreichischen Europaabgeordneten nur 2 über 60 sind, entspricht keineswegs der demographischen Wirklichkeit Österreichs", so Flemming. ****

Im Jahre 2001 gab es in der EU 62 Millionen Menschen im Alter über 65 Jahren gegenüber nur 34 Millionen Menschen im Jahre 1960. "Wir haben also ein zweites Leben geschenkt bekommen. Mehr als über die mögliche damit verbundene finanzielle Belastung zu jammern, haben wir noch nicht geschafft", kritisierte Flemming. Die kommenden Generationen der 60- bis 80-jährigen müssten sich darauf einrichten, voll und ganz im Leben zu stehen. "Das heißt insbesondere, lange arbeiten zu müssen und zu dürfen."

"Die Größenordnung des demographischen Wandels an der Schwelle zum 21. Jahrhundert bietet der Europäischen Union die Chance und zwingt ihr gleichzeitig die Notwendigkeit auf, die veraltete Seniorenpolitik zu ändern", so die österreichische EU-Abgeordnete. Sowohl vor als auch nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, in der zweiten Lebenshälfte einen größeren gesellschaftlichen Beitrag zu leisten: "Die Fähigkeiten älterer Menschen bilden ein gewaltiges Leistungsreservoir, das bisher nur unzureichend erkannt und genutzt wird."

Darüber hinaus werde das 5. EU-Forschungsrahmenprogramm Forschungsmittel dazu einsetzen, die Lebensqualität, Unabhängigkeit und soziale Integration älterer Menschen zu verbessern. Die Kommission werde demnächst auch ihren Bericht darüber verabschieden, wie die Erwerbsbeteiligung erhöht und aktives Leben im Alter gefördert werden kann. Um die demographische Herausforderung einer alternden Bevölkerung zu bewältigen, vereinbarte der Europäische Rat von Stockholm auch, die Erhöhung der durchschnittlichen Beschäftigungsrate älterer Männer und Frauen (55 bis 64 Jahre) in der EU auf 50 Prozent im Jahr 2010 als Ziel festzulegen.

"Es leidet aber auch die junge Generation genauso wie die ältere an einer mangelnden politischen Vertretung. Es wird in Zukunft nötig sein, gemeinsam an einer besseren Vertretung beider Generationen zu arbeiten", sagte Flemming abschließend.

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