"profil": Haider: "ÖVP wird eine Blamage erleben"

Wenn Haider bei Kärntner Landtagswahl nur Zweiter wird, sieht er sein Polit-Projekt gescheitert - Lob für Haupt - trotzdem weiterhin bereit Führung der Partei zu übernehmen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" meint Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ), dass die geplante Voest-Vollprivatierung an der EU scheitern könnte. Haider: "Ich vermute sehr stark, dass das von den EU-Behörden zu Fall gebracht wird." Ursache dafür werde nach Haiders Einschätzung die von Ludwig Scharinger, dem Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, angestrebte Kernaktionärskonstruktion. Haider: "Das ist eine Verhinderung der Freiheit des Kapitalverkehrs. Die ÖVP wird vor der EU eine Blamage erleben."

Man werde noch sehen, ob die Voest-Privatisierung doch noch zur Koalitionsfrage wird, so der Kärntner Landeshauptmann. "Die ÖVP sagt ja immer, dass sie mit Herbert Haupt so gut zusammenarbeitet. Dann muss sie zeigen, dass sie ihn schätzt und ihn nicht wie einen Lausbuben vor der Tür stehen lassen." Wenn der Bundeskanzler seinem Koalitionspartner ständig ausrichte, "dass er für nichts taugt", dann hält Haider das "für keine gute Geschäftsgrundlage".

Ein Jahr nach Knittelfeld übt der Kärntner Landeshauptmann neuerlich Kritik an Ex-FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer: "Hier hat eine Flucht aus der Verantwortung stattgefunden. Man hat meine 15-jährige Aufbauarbeit in einem Monat kaputt gemacht." Er habe heute keinerlei Kontakt mehr zu seiner früheren politischen Weggefährtin:
"Ich bin ja kein Bausparer", meint Haider in Anspielung auf Riess-Passers künftige Funktion als Vorstand der Bausparkasse Wüstenrot.

Lobend äußert der Kärntner Landeshauptmann hingegen über Vizekanzler Herbert Haupt: Dieser sei, "ein freiheitliches Urgestein. Keiner, der davon läuft." Dennoch sei er weiterhin bereit, die Führung der Partei zu übernehmen, wenn Haupt das wünsche: "Ich dränge nicht darauf, Parteichef zu werden. Es ist aber ein breiter Wunsch in der Partei, dass die Arbeit zwischen ihm und mir geteilt wird. Wenn Haupt das will, dann wird es stattfinden. Wenn nicht, dann eben nicht."

Wahlziel bei den Kärntner Landtagswahlen sei es, wieder stärkste Partei zu werden, so Haider, der überzeugt ist, "sicher mehr als 42 Prozent" zu machen. Auf die Frage, wann das Polit-Projekt Jörg Haider als gescheitert zu betrachten sei, antwortet der Kärntner Landeshauptmann: "Wenn ich nur Zweiter werde."

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