Neue Initiative stärkt gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen

Gemeinsame Aktion von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Wirtschaftsministerium - "CSR-Leitbild" wird in breitem Dialog erarbeitet

Wien (PWK573) - Die gesellschaftliche Verantwortung von
Unternehmen ("Corporate Social Responsibility", CSR) steht im Mittelpunkt einer neuen Initiative von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer Österreich und Wirtschaftsministerium. Im Dialog mit der Zivilgesellschaft und NGOs wollen die Initiatoren bis Jahresende ein breit getragenes CSR-Leitbild der österreichischen Wirtschaft entwickeln. Ein wichtiges Ziel der Initiative "CSR Austria" ist die Information der Bevölkerung über die Leistungen der heimischen Unternehmen für die Gesellschaft, erklärten IV-Präsident Peter Mitterbauer, WKÖ-Generalsekretär-Stv. Reinhold Mitterlehner, Botschafter Franz Ceska und der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Karl G. Doutlik, am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Unternehmen sollen motiviert werden, ihr gesellschaftliches Engagement zu verstärken und die Erfolge auch verstärkt zu kommunizieren. "Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlich verantwortliches Verhalten sind kein Widerspruch, sondern ein Wettbewerbsvorteil, speziell für österreichische Unternehmen", betonte Mitterbauer.

"Die gesellschaftliche Verpflichtung von Unternehmen wird in Österreich seit Jahren konkret gelebt. Vielfach ist es den Betrieben gar nicht bewusst, dass man schon weiter fortgeschritten ist als in anderen Ländern", leitete Mitterlehner sein Statement ein. Es könne allerdings kein universelles CSR-Konzept geben. Die für große, multinationale Unternehmen entwickelten CSR-Strategien könnten nur bedingt als Modell für die heimischen Klein- und Mittelbetriebe herangezogen werden. Umso wichtiger sei daher gerade für KMU der durch CSR Austria ermöglichte Wissens- und Erfahrungsaustausch. "Wir unterstützen dabei die Betriebe bei der Entwicklung von Strategien, die ihrer jeweiligen Unternehmenssituation entsprechen."

Mitterlehner erinnerte an die vielen bereits laufenden Initiativen der KMUs, wie etwa in den Bereichen Mitarbeiter (z.B. in der Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf), Umwelt oder Gemeinden. "Beim großen Hochwasser haben Unternehmen ihre Mitarbeiter unentgeltlich zur Verfügung gestellt", nannte Mitterlehner ein Beispiel. Auch wenn jetzt schon viel getan wird, müsse der CSR-Gedanke weiterentwickelt werden. "Deshalb finden wir die Initiative so positiv". Mittels "Road Shows", Internet und internen Informationen werde die Wirtschaftskammer als Multiplikator wirken.

Ganz maßgeblich ist für Mitterlehner in dieser Sache das Prinzip der Freiwilligkeit. Über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehende gesellschaftliche Verpflichtungen bleiben eine freiwillige Leistung der Unternehmen. "CSR soll nicht zu neuen Rechtsvorschriften führen." Wenn die Umsetzung auf der Basis freiwilliger Anreizsysteme gelingt, dann werden wir das Ziel ohne Widerstand und viel besser als mit jedem Zwang erreichen", betonte der Wirtschaftskammer-GeneralsekretärStv. "Ich sehe darin auch ein wichtiges Element für die Aufwertung des Standortes Österreich im internationalen Wettbewerb".

"Das Erwirtschaften von Gewinnen als Unternehmensziel wird durch CSR nicht in Frage gestellt. Wir diskutieren lediglich das Wie", zeigten sich Mitterbauer und Mitterlehner einig. Am 9. September fällt im Rahmen einer großen sozialpartnerschaftlichen Auftaktveranstaltung, für die von allen Seiten bereits großes Interesse bestehe, der Startschuss zum österreichischen "Stakeholder-Dialog". Das auf breiter Basis erarbeitete CSR-Leitbild soll im Dezember präsentiert werden. "Dieses wird allen Unternehmern eine fundierte Grundlage bieten, auf freiwilliger Basis gesellschaftliche und nachhaltige Belange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren", fassten die beiden Wirtschaftssprecher zusammen. Und es wäre auch eine gute Sache, das erfolgreiche österreichische Beispiel "nach Europa hinauszutragen", fügte Doutlik abschließend hinzu. (hp)

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