Mehr Lehrverträge bis Ende August abgeschlossen

1.000-Euro-Prämie bringt Zuwachs bei Lehrstellen - Jeder geeignete Jugendliche soll Ausbildungsplatz erhalten

Wien (PWK572) - Die ersten acht Monate 2003 ergeben bei den
bereits abgeschlossenen Lehrverträgen trotz der Wirtschaftsflaute ein positives Bild. Bis Ende August wurden im Vergleich zur Vorjahresperiode in Österreich um 561 Lehrverträge mehr abgeschlossen - das entspricht einem Zuwachs von 1,7 %. Besonders erfreulich ist, dass gerade in Bundesländern mit der bisher schwierigsten Lehrstellensituation die größten Zuwächse verzeichnet wurden. In Wien machte das Plus bei Lehrverträgen 15,8% aus, in der Steiermark 3,6%.

Gemäß AMS drängt aber mit Anfang September ein besonders zahlenstarker Jahrgang in den Lehrstellenmarkt. 9.779 Lehrstellensuchende gilt es nun unterzubringen. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen und sofort verfügbaren Lehrstellen beträgt aber nur 3.046. Somit macht die daraus resultierende Lehrstellenlücke 6.733 fehlende Lehrplätze aus. Die Politik ist somit zum Handeln aufgefordert. Ein erster wichtiger Schritt wurde bereits durch Bundesminister Martin Bartenstein durch die Aufstockung der Auffangmaßnahmen auf 5.500 Plätze unternommen.

Abseits der politischen Diskussionen etwa über einen bürokratischen Ausgleichsfonds zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben, Stiftungen und überbetrieblichen Lehrwerkstätten, fordert die WKÖ konkrete Maßnahmen, um allen lehrstellensuchenden Jugendlichen eine geeignete Ausbildungs-Chance zu bieten. "Wir wollen so die duale Ausbildung stärken, Strafzahlungen der Betriebe in bürokratische Fonds statt dem Anreiz der Lehrlingsausbildungsprämie von 1.000 Euro lehnen wir ab", sagt WKÖ-Generalsekretärstellvertreterin Anna-Maria Hochhauser. "Das ist bloß eine zusätzliche Belastung der Betriebe." Hochhauser weist darauf hin, dass neben Sofortmaßnahmen im Auffangnetz bereits im Frühsommer das Modell der integrativen Berufsausblidung (bislang Vorlehre) für lernschwache Jugendliche vom Parlament beschlossen wurde: "Neben Mobilisierungsanreizen für Lehrstellensuchende sind bis Jahresende alle auftretende Lücken im Auffangnetz für Jugendliche zu schließen. Zusätzlich ist auch eine Modernisierung und weitere Verbesserung des Systems der Lehrlingsausbildung voranzutreiben." Dazu hat die WKÖ ein Modell zur Modularisierung der Lehre ausgearbeitet. Dieses sieht vor, dass die Lehrberufe zu Beginn der Ausbildung in breiten Basismodulen zusammengefasst werden. Die anschließende Spezialisierung erfolgt in Wahlpflicht- und Zusatzmodulen. Zweck ist eine Erhöhung der Übersichtlichkeit bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Flexibilität und Spezialisierung. Hochhauser: "Ziel ist es ein modernes, flexibles und maßgeschneidertes Lehrmodell für ausbildende Betriebe und Jugendliche rasch zu entwickeln." (BS)

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