FP-Herzog: Laßt die Toten ruhen!

Prüfungskommission zur weiteren Störungsaktionen der Totenruhe ist grundweg abzulehnen!

Wien, 04-09-2003 (fpd) - Der Umgang mit den Toten gehöre zu den zentralen Anliegen des menschlichen Lebens. Dies komme u.a. auch darin zum Ausdruck, dass Tod und Sterben in allen Kulturen und Religionen durch Ehrfurcht und rituelle Begehung geprägt sind. Diese Denkweise dürfe nicht durch zweckrationales Denken und Kommerzialisierung zerstört werden.
Die nunmehrige Diskussion über die Ehrengrabwidmungen der Stadt Wien in den Jahren zwischen 1938 und 1945 greife elementar in diese allgemein anerkannten Grundsätze ein, so heute Stadtrat Johann Herzog zur Ankündigung der Wiener SPÖ eine Kommission zur Überprüfung von Grabstätten in Wien einzurichten.

Die Wiener Freiheitlichen erachten es als höchst problematisch wenn moralische Maßstäbe des heutigen Zeitgeistes zur Beurteilung historischer Grabstätten, welcher Phasen unserer Geschichte auch immer auch repräsentieren, herangezogen werden. Gräber sind nicht nur Denkmäler ihrer Zeit, sie sind vor allem auch immer Stätten des Friedens und der Versöhnung.

Jeder Politiker, der heute fordert, daß Gräber aufgelassen oder mit Tafeln und politischen Proklamationen verunstaltet werden, stelle sich letztendlich auf die gleiche moralische Stufe wie jene, die schon einmal Denkmäler stürzen ließen und Gräber aus politischen Gründen geschleift haben.

Die Würde eines Menschen ändert oder vermindert sich nicht durch dessen Tod. Die Achtung der Totenruhe sagt jedoch etwas aus über die ethische Orientierung einer Gesellschaft und deren Verhältnis zu moralischen Strukturen aus. Die Totenruhe, die bislang in öffentlich-rechtlicher Verantwortung unter dem Schutz der Gemeinschaft stand, wird zusehends durch die derzeitige Politik der SPÖ-Regierung in Wien in Frage gestellt. Damit müsse sofort Schluß sein, so Herzog abschließend. (Schluß) jen

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