"Neues Volksblatt" Kommentar: "Querschuss" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 3. September 2003

Linz (OTS) - =

Der erfreuliche Aspekt: "Durchs Reden kommen d'Leut
z'samm". Im Ministerrat haben sich ÖVP und FPÖ gestern auf gemeinsamen Kurs in der Causa Privatisierung der voestalpine geeinigt. Sie haben sich damit selbst einen guten Dienst erwiesen. Niemand hätte es verstanden, wenn aus einer Sachfrage, zu der es lange zuvor schon Übereinstimmung und auch
entsprechende Beschlüsse gegeben hat, plötzlich ein unüberwindbares Hindernis für die Koalition geworden wäre.
Der wenig erfreuliche Aspekt: Der Kärntner Landeshauptmann wütet wegen der Einigung, wirft Haupt vor, umgefallen zu sein und will die Voest-Privatisierung zur "Koalitionsfrage" machen. Die alte Egomanie oder diesmal mehr? Holt der Bärentaler, der erst Sonntag angekündigt hat, sich ab nun primär Kärntner Aufgaben widmen zu wollen, jetzt endgültig zum Schlag gegen Haupt aus?
Der Vizekanzler und FPÖ-Obmann ist um Balance bemüht und letztendlich ein berechenbarer Regierungspartner. Die Frage stellt sich allerdings, wie lange Haupt in der Lage - und
gewillt - ist, die andauernden Querschüsse aus Kärnten in Kauf zu nehmen.

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