BESUCH AUS DER TÜRKEI BEI NATIONALRATSPRÄSIDENT KHOL Außenminister Gül berichtet von starken Veränderungen am Bosporus

Wien (PK) - Der türkische Außenminister Abdullah Gül besuchte im Rahmen seines dreitägigen offiziellen Österreich-Aufenthaltes heute Vormittag das Parlament und wurde von Nationalratspräsident Andreas Khol herzlich willkommen geheißen. Präsident Khol und
sein Gast bezeichneten die Beziehungen zwischen den beiden
Staaten als sehr gut und äußerten übereinstimmend den Wunsch, dass die intensive Besuchstätigkeit zwischen Österreich und der Türkei fortgesetzt wird. Positiv reagierte der Nationalratspräsident auch auf den Vorschlag von Minister Gül,
die Zusammenarbeit der beiden Parlamente zu verstärken, insbesondere auf den Ebenen der Ausschüsse und der Freundschaftsgruppen.

Präsident Khol würdigte den Beitrag der türkischen Kommunität zur Entwicklung Österreichs und stellte fest, dass sich die wirtschaftliche Kooperation zwischen Österreich und der Türkei
zum beiderseitigen Vorteil gestalte. Andererseits sei gerade hinsichtlich des Tourismus die Aufhebung der türkischen Sichtvermerkspflicht für österreichische Staatsbürger wünschenswert.

Von Präsident Khol zur Annäherung der Türkei an die Europäische Union befragt, berichtete Außenminister Gül von der intensiven Reformarbeit des türkischen Parlaments und unterstrich die Bemühungen der Regierung, die neuen Gesetze zu implementieren.
Auf Fragen von Präsident Khol, der an alte türkische Traditionen religiöser und ethnischer Toleranz erinnerte, wies Minister Gül auf neue Regelungen für die Verwendung verschiedener Sprachen in türkischen Medien hin und machte darauf aufmerksam, dass in der Türkei nicht nur Moscheen, sondern neuerdings auch katholische Kirchen gebaut werden.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs informierte der türkische Außenminister seinen Gastgeber über die schwierige Position
seines Landes während des Irak-Krieges und betonte das Interesse der Türkei an Stabilität in seinem größten Nachbarland. Im Kampf gegen den Terrorismus bewähre sich ein neues Amnestiegesetz, das Straftätern, die den Terrorismus aufgeben, einen Strafnachlass einräumt.

Von Präsident Khol auf die dringende Notwendigkeit einer Lösung des Zypern-Problems angesprochen, erörterte Außenminister Gül die Position seines Landes und die Situation der türkischen
Zyprioten. Güls Hoffnungen richten sich auf die im Nordteil
Zyperns im Mai des kommenden Jahres stattfindenden Wahlen, sie können Bewegung in die Bemühungen zur Lösung der Zypern-Frage bringen, sagte der türkische Außenminister.

Am Nachmittag wird Außenminister Abdullah Gül mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel konferieren und dann gemeinsam mit Außenministerin Benita Ferrero-Waldner mit Vertretern der türkischen Gemeinde in Österreich zusammentreffen. Morgen Abend wird der türkische Gast seinen Österreich-Besuch beenden und in seine Heimat zurückkehren. (Schluss)

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