FV Immobilientreuhänder: "Haben wieder funktionierenden Immobilienmarkt in Österreich"

Immobilienpreisspiegel 2003 präsentiert - Talsohle erreicht -Steller: Österreich "Brückenkopf" bei EU-Erweiterung -Immobilientreuhänder müssen sich bemühen, Standort Österreich gut zu vermarkten

Wien (PWK568) - Der Fachverband der Immobilientreuhänder in der WKÖ hat heute, Dienstag, den Immobilienpreisspiegel 2003 vorgelegt, in den Branchenerhebungsdaten bis inkl. 31.3.2003 Eingang gefunden haben. Fachverbandsobmann Gerhard Steller konstatierte im Rahmen der Präsentation, "dass es nach einer Durststrecke in Österreich wieder einen funktionierenden Immobilienmarkt gibt. Es ist das Angebot und auch die entsprechende Nachfrage wieder da."

In Summe sehen die Experten Österreich auch als "stabiles Land. Konkret zeigt der Immobilienpreisspiegel 2003, dass sich in Österreich - wie auch in den Nachbarländern Deutschland, Italien und der Schweiz - der gemäßigte Anstieg der Immobilienpreise auf geringem Niveau fortgesetzt hat. Aus Salzburg beispielsweise berichtet der zuständige Fachgruppenobmann Peter Genser, dass "die Preise für Gewerbeimmobilien wiederum steigende Tendenz zeigen." Er schließt daraus, "dass die Talsohle erreicht sein dürfte."

Der Wohnungsmarkt reagiert aber nach wie vor sehr empfindlich auf die allgemeine Wirtschaftslage, wiewohl der lange Rückgang des Wohnungsmarktes jetzt aber vorüber ist. So zogen die Preise im Jahr 2000 an, gaben dann aber 2001 im Zuge der Konjunkturabschwächung leicht nach. 2002 hat sich das Verbrauchervertrauen gefestigt, was sich positiv auf den gesamten Immobilienmarkt ausgewirkt hat. Dabei war der Markt im übrigen Bundesgebiet stärker als in Wien, so dass sich die Preisunterschiede zwischen Wien und dem Rest des Landes in den vergangenen Jahren verringert haben. Obwohl landesweit kein Angebotsüberhang mehr besteht, gibt es keinerlei Hinweise auf ein erneutes stärkeres Ansteigen der Preise.

Bei Mietwohnungen (Neubau) sind die Preise in Wien in einzelnen Bezirken (je nach Größe und Ausstattung) bis auf wenige Ausnahmen um bis zu 13 Prozent gesunken. Aus Niederösterreich weiß in diesem Zusammenhang Fachgruppenobmann Georg Edlauer zu berichten, "dass sich die Mietpreise auf niedrigem Niveau stabilisiert haben." Nach Einschätzung von Obmann Steller dürfte das am abgeklungenen Ansiedlungs-Boom direkt in und in der Umgebung der Landeshauptstadt St. Pölten liegen.

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen dürfte aus Expertensicht durch das Erfordernis zunehmender Mobilität (Arbeitsplatz) gerade für mittelständische Haushalte gedämpft worden sein. Darüber hinaus machten und machen diverse Entwicklungen vor allem finanzieller Natur den Konsumenten wenig empfänglich für den Reiz niedriger Einstandspreise, insbesondere für gebrauchte Eigentumswohnungen. Nach Berichten aus der Branche überwiegen unter jenen, die eine Eigentumswohnung erwerben, eindeutig die Selbstnutzer mit einem sehr hohen Prozentsatz jenseits der 50 Prozent.

Die schwache Wirtschaftskonjunktur hat im Jahr 2002 die Büromieten voll erfasst. Der 2001 prognostizierte Aufwärtstrend bei Büromieten in Großstädten ging im Jahr darauf in eine stagnative Phase über, um im Anschluss daran kräftig zu schrumpfen: In Wien beispielsweise fallen die Mieten für Büroflächen rasant, und zwar um bis zu 14 Prozent. Innerstädtische Büroflächen werden gegenüber Randlagen bevorzugt: Investoren drängen in den Stadtkern und nicht in Randregionen und ländliche Bereiche. Nach wie vor gefragt sind aber Büroräume in Spitzenlagen und mit entsprechender infrastruktureller Ausstattung, das wird sich voraussichtlich auch nicht ändern. Eher dürften 1b- und Altbestände, die vor allem nicht über die erforderliche technische Infrastruktur verfügen, verstärkt vom Leerstand betroffen sein oder nur niedrige Mieten erzielen können. Auf der Nachfrageseite wirkt sich der Neugründungsboom bei Unternehmen wenig bis gar nicht auf den Büroimmobilienmarkt aus -Stichwort: Arbeiten von zu Hause aus - unter anderem auch in Wien, weiß Steller: "Der Wirtschaftsstandort Wien dagegen scheint derzeit zu leiden: Konzernzentralen werden verlegt, große Unternehmen gehen in Konkurs oder stellen den Betrieb ein. Viele Unternehmen vermieten nicht genutzte Flächen selbst unter. Dadurch entsteht ein zusätzliches Flächenangebot, das nicht absorbiert wird." Anders verhält es sich in Salzburg und Vorarlberg.

Im Blick auf zukünftige Entwicklungen am heimischen Immobilienmarkt sieht Steller Österreich in Zusammenhang mit der EU-Erweiterung als "Brückenkopf": "Wir dürfen uns zwar keine falschen Hoffnungen machen. Der Wirtschaftsstandort Österreich darf aber auch nicht krank gejammert werden. Viele Unternehmungen suchen noch Standorte. Jetzt ist es an unserer Branche - den Immobilientreuhändern - gelegen, sich zu bemühen, den Wirtschaftsstandort Österreich gut zu vermarkten!"

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich erhebt seit 1989 Durchschnittspreise und veröffentlicht diese jährlich im sogenannten Immobilienpreisspiegel. Dazu werden alle Mitgliedsbetriebe des Fachverbandes in ganz Österreich eingeladen, sich mit Hilfe von Datenerfassungsbögen an der Marktstudie zu beteiligen. Der Immobilienpreisspiegel listet aber nicht die erzielbaren Preise, bezogen auf das Einzelobjekt, auf, sondern liefert einen wertvollen Überblick über die Entwicklung am Markt. Der Preisspiegel enthält stets im direkten Vergleich auch die Zahlen des Vorjahres sowie deren Veränderung in Prozent. Die Broschüre hat einen Umfang von 204 Seiten (Format A5) und enthält die Auswertungen aller Kategorien für die Bezirke, ergänzt durch grafische Darstellungen. Die Broschüre ist zum Preis von 29 Euro zuzügl. MwSt. und Versandkosten beim Fachverband der Immobilientreuhänder, Schottenfeldgasse 69/4.2, 1070 Wien, erhältlich. Fachverbandsmitglieder erhalten ihn um 25 Euro zuzügl. MwSt. und Versandkosten. Bestellt werden kann der Immobilienpreisspiegel ganz einfach im Internet auf der Homepage http://www.wkimmo.at, telefonisch unter 01/522 2 592 oder per Fax an 01/522 25 93. (JR)

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