Verzetnitsch: Arbeitsmarkt braucht Sofortmaßnahmen und keine Schönfärberei

Mit 205.077 Arbeitslosen höchste Arbeitslosigkeit im August seit zehn Jahren

Wien (ÖGB). "Wachen Sie endlich auf Herr Minister Bartenstein und träumen Sie nicht davon, dass es mit der Arbeitslosigkeit halb so schlimm ist. Wenn Sie argumentieren, dass sich die Arbeitslosigkeit abflacht, dann betreiben sie lediglich 'Schönfärberei', die keinem einzigen Arbeitslosen hilft", kritisiert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, die Bartenstein´schen Versuche die katastrophale Arbeitslosigkeit schön zu reden. Im heurigen August gibt es die höchste Arbeitslosigkeit seit zehn Jahren: "Mit 205.077 Arbeitslosen musste erstmals vor der Hunderttausender-Marke eine '2' geschrieben werden", so Verzetnitsch.++++

Tatsache ist, dass Österreich seit zehn Jahren mit der höchsten August-Arbeitslosigkeit konfrontiert ist. Tatsache ist, dass nach Altersgruppen betrachtet, die Arbeitslosenzahl in allen drei großen Altersgruppen gestiegen ist und Tatsache ist auch, dass von dieser Arbeitslosigkeit vor allem die Altersgruppe der 15- bis unter 25-Jährigen mit einer Zunahme von 6,7 Prozent am stärksten zu leiden hat.

"Diese alarmierenden Zahlen zeigen die verfehlte Beschäftigungspolitik der Bundesregierung sehr deutlich auf und beweisen, dass sie nicht in der Lage ist, die hohe Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen", sagt Verzetnitsch. "Was wir brauchen sind mehr Mittel für die Arbeitsmarktpolitik und eine auf 2004 vorgezogene Steuerreform.

In Anbetracht des sehr schwierigen Arbeitsmarktes sind auch Investitionen in die Infrastruktur und Maßnahmen, die der Jugend eine Chance geben, erforderlich. Im September werden wieder zigtausende Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle sein. Für sie muss die Regierung ein qualitatives Auffangnetz schaffen. "Dieses muss jedoch den Jugendlichen eine richtige Ausbildung inklusive Lehrabschluss garantieren und darf nicht, wie von der Regierung geplant, lediglich eine zehnmonatige Übergangslösung sein", so Verzetnitsch abschließend. (ew)

ÖGB, 2. September 2003
Nr. 713

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