Dorner zu Tabaksteuererhöhung: Nicht fünf, sondern fünfzig Cent erforderlich ÖÄK-Vize: Weitere einnahmenseitige Sanierung der Kassen ist unumgänglich - nachhaltige finanzielle Absicherung des Gesundheitssystems gefordert

Wien (OTS) - Der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Prim. MR Dr. Walter Dorner, begrüßt den Vorstoß von Staatssekretär Waneck, die Tabaksteuer zur Finanzierung des Gesundheitssystems noch weiter zu erhöhen. "Allerdings ist eine Erhöhung von fünf bis zehn Cent viel zu wenig. Benötigt wird eine Erhöhung um mindestens fünfzig Cent, um einen halbwegs spürbaren Effekt zu bewirken", forderte Dorner in einer Aussendung am Dienstag. Auch würden angesichts der fortschreitenden finanziellen Auszehrung der Gesundheitssystems dringend weitere einnahmenseitige Maßnahmen benötigt, warnte der ÖÄK-Vize nachdrücklich. Das chronisch unterfinanzierte Gesundheitssystem brauche dringend neue Mittel. Eine einnahmenseitige Sanierung sei unumgänglich, sonst seien Leistungskürzungen für die Patienten zu befürchten, forderte Dorner mit Blick auf die heute veröffentlichten, alarmierenden Defizitprognosen des Hauptverband. Danach rutschen 2004 alle Krankenversicherungsträger in die roten Zahlen. Für 2005 wird sogar mit einem weiter explodierenden Abgang der Krankenversicherungen gerechnet.

"Wer eins und eins zusammenzählen kann, muss doch sehen: Das kann sich nicht ausgehen", warnte Dorner. "Die alarmierende finanzielle Entwicklung bei den Kassen sei seit langem bekannt. Dorner: "Aber offenbar wollen die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik nicht glauben, was hier geschieht, oder sie verschließen die Augen davor." Mit ausgabenseitigen Reformen und Sparen allein seien die großen Zukunftsaufgaben jedenfalls nicht zu bewältigen. Dafür werde eine nachhaltige finanzielle Absicherung des Systems benötigt. "Und das bedeutet mehr Geld und nicht weniger", so Dorner.

Der ÖÄK-Vize erinnerte in diesem Zusammenhang unter anderem an die steigenden Zahlen alter und mehrfach kranker Menschen und Lifestyle-Patienten. Schon jetzt gäbe es bei deren Versorgung zum Teil große Defizite. Es existiere etwa keine funktionierende Hauskrankenbehandlung.

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