Neues Schulmodell für Wien

Vizebürgermeisterin Grete Laska und Stadtschulrats-Präsidentin Brandsteidl präsentieren die Kooperative Mittelschule

Wien (OTS) - "Trotz der Einschränkungen durch den Bund im Bildungsbereich ist es in Wien gelungen, das neue Schuljahr mit einer bahnbrechenden Veränderung im Interesse der SchülerInnen zu starten. Die ab diesem Schuljahr realisierte Kooperative Mittelschule, eine moderne Leistungsschule der 10 bis 14-Jährigen, bedeutet eine deutliche Qualitätshebung in der Wiener Schullandschaft", so Vizebürgermeisterin Grete Laska im Zuge der heutigen Bürgermeister-Pressekonferenz. 1999 im Wiener Bildungsrat von allen damals im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien (SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, LIF) als "Modell für Wien" beschlossen, sieht die Kooperative Mittelschule (kurz: KMS) die sowohl horizontale Kooperation der unterschiedlichen Schularten (Hauptschule, AHS) in der Primarstufe 1 als auch die vertikale Kooperation dieser Schulen mit berufsbildenden mittleren und höheren Schulen vor.

"Die KMS ist politisch gesehen ganz klar ein Produkt der Vernunft und bedeutet einen Quantensprung in der pädagogischen Qualität - überdies: Die KMS ist kostenneutral", meint Laska. Stadtschulratspräsidentin Mag. Dr. Susanne Brandsteidl führt als größte Stärke der Kooperativen Mittelschule an, dass durch die in der KMS vorgesehene Binnendifferenzierung eine weit intensivere individuelle Förderung der SchülerInnen möglich werde. Weitere Vorteile seien, dass so die Durchlässigkeit des starren Mittelstufensystems erhöht, durch die Kooperation zwischen APS, AHS und BMHS "maßgeschneiderte Bildungskarrieren" ermöglicht und überdies eine intensivere Berufs- und Schullaufbahnorientierung geboten werden. Nebeneffekt: Durch die Schaffung der Kooperativen Mittelschule ist auch das "Problem der Rückfluter aus der AHS" gelöst. Dass diese Vorteile überzeugen, zeigt sich, so Brandsteidl, auch daran, dass sich auf Anhieb fast 130 öffentliche wie private Schulstandorte in Wien entschlossen haben, das Modell der Kooperativen Mittelschule ab dem Schuljahr 2003/2004 durchzuführen:
"Die KMS bedeutet aus Sicht der SchülerInnen ein qualitativ hochwertiges Schulangebot in Wohnortnähe. Mit ihr verfügt Wien über das modernste Schulsystem Österreichs."

Was ist die Kooperative Mittelschule?

o Die KMS ist eine moderne Leistungsschule für 10- bis 14-Jährige. o PflichtschullehrerInnen unterrichten gemeinsam mit LehrerInnen

aus der Allgemein bildenden höheren Schule oder aus Berufsbildenden (höheren und mittleren) Schulen.

o In der KMS wird mit individuellen Lernprogrammen gelernt.
o In der KMS gelten wortidente Lehrpläne auf der Grundlage der Mittelstufenlehrpläne.
o In der KMS wird eng mit weiterführenden Schulen (z. B. AHS- Oberstufe, HTL, HAK usw.) zusammengearbeitet.
o In der KMS wird gezielte Berufs- und Schullaufbahnorientierung
auf der 7. und 8. Schulstufe geboten.
o In der KMS werden die notwendigen neuen Kulturtechniken (z. B. Fremdsprachen, EDV-Grundlagen, ...) erworben.
o Die KMS ist ein Modell von ExpertInnen aller im Wiener Landtag vertretenen politischen Parteien.

Ziele der KMS:

o hochqualitatives Schulangebot in Wohnortnähe mit den jeweiligen Vorteilen der AHS-Unterstufe und der Hauptschule
o statt Leistungsdruck: Fördern der Leistungsbereitschaft
o Umsetzen moderner Lernformen
o Förderung aller Begabungen und Interessen der SchülerInnen
o Orientierung an den mitteleuropäischen Bildungsstandards
o durch begleitende Schul- und Berufslaufbahnberatung treffsichere Wahl der Bildungs- bzw. Ausbildungskarriere

Grundsätzliches

In der Kooperativen Mittelschule finden Kinder bestmögliche Voraussetzungen zum Erwerb jener Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie im späteren Leben brauchen. Durch Qualitätssicherungsmaßnahmen, Teamteaching (Einsatz von zwei LehrerInnen pro Klasse), den Einsatz moderner Technologien in allen Unterrichts-gegenständen und ein ausgeprägtes Förder- und Stützsystem gewährleistet die Kooperative Mittelschule ein hohes Bildungsniveau. Dadurch erübrigt sich meist zusätzliche außerschulische Betreuung wie z. B. Nachhilfeunterricht.

Übergeordnetes Ziel dieser Schulform sind neben dem Erwerb von Wissen und Fertigkeiten soziale Kompetenz und lebenslanges Lernen. Überdies:
Schullaufbahnentscheidungen über den weiteren schulischen Bildungsweg der Kinder/Jugendlichen fallen zu einem "vernünftigen" Zeitpunkt mit 14. (Forts.) ssr/eg

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