Laska und Brandsteidl zum Auftakt der Schulsaison 2003/2004

Trotz Gegenwind aus dem Bund: Verbesserungen für Wiens SchülerInnen!

Wien (OTS) - Im Rahmen der heutigen Bürgermeister-Pressekonferenz präsentierten Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska und die amtsführende Präsidentin des Wiener Stadtschulrates, Mag.Dr. Susanne Brandsteidl Verbesserungen für Wiens SchülerInnen. Für insgesamt rund 200.000 Wiener SchülerInnen hat am 1. September 2003 ein neues Schuljahr begonnen. In Wien steht eine gute Ausbildung für alle stets im Vordergrund der Bildungspolitik und so wurde auch heuer wieder alles daran gesetzt, die hohe Qualität an den 670 Schulen insgesamt, hiervon 359 Schulen im "städtischen" Pflichtschulbereich, zu sichern und weiter auszubauen. Dennoch, so Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete Laska: "Das neue Schuljahr steht unter den negativen Vorzeichen einer Sparpolitik der Bundesregierung, die einerseits die Ressourcen, die den jungen Menschen im Bildungs- und auch anderen Bereichen zukommen sollten, radikal kürzt, und andererseits - so wie zuletzt Bildungsministerin Elisabeth Gehrer -junge Menschen denunziert, abwertet und ihnen die Lebensfreude verbieten möchte." Angesichts der Tatsache, dass aufgrund der wirtschaftspolitischen Verfehlungen der Regierung die Beschäftigungssituation junger Menschen schlechter denn je sei, zeuge diese 50er-Jahre Gesinnung der Ministerin von einem völligen Unverständnis für die Jugend von heute. Die Regierung sollte sich besser einmal ernstlich die Frage stellen, welche Perspektiven sie den jungen Menschen überhaupt bietet.****

Als konkretes Beispiel für die Ressourcenkürzungen bei der Jugend führt Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl die ab dem neuen Schuljahr wirksamen Stundenkürzungen an:
"Inzwischen ist allen klar, dass es sich hierbei keinesfalls um eine Entlastung der SchülerInnen handelt. Im Gegenteil: Dies ist eine lupenreine Kürzung, bei der es nur ums Geld geht. Dass unter dieser Kürzung die pädagogische Qualität unserer Schulen leidet und unsere SchülerInnen weniger Betreuung und Förderung erfahren, ist dieser Regierung völlig egal." Die Dimension der Stundenkürzungen zeige sich, so Brandsteidl, am deutlichsten, wenn man eine durchaus nicht untypische Schullaufbahn als Beispiel nehme: So bedeuten die Stundenkürzungen bei einem Schüler, der heuer mit der Volksschule startet und nach insgesamt 12 Schuljahren beendet, den Entfall von einem halben Jahr Unterricht. Brandsteidl: "Die Verlierer dieser Maßnahme sind eindeutig die SchülerInnen."

Wien österreichweit top bei Nachmittagsbetreuung

Laska: "Auch beim Thema Nachmittagsbetreuung zeigt sich der Unterschied zwischen Bund und Wien: Während Gehrer davon spricht, dass es kein Recht auf Kinderbetreuung gibt und während in den meisten Bundesländern die ganztägige Betreuung von SchülerInnen zum absoluten Ausnahmefall gehört, kann Wien den gesamten Bedarf an Nachmittagsbetreuung abdecken." So ist es Tatsache, dass in Wien jedes Kind, das Nachmittagsbetreuung benötigt, diese auch bekommt -sei es durch Horte und Lernklubs oder eben in den insgesamt 46 Volksschulen, 33 Hauptschulen oder 12 Sonderschulen, die als Schulen mit ganztägiger Betreuung geführt werden. "Im Schuljahr 2002/2003 haben erstmals mehr als 50 Prozent der SchülerInnen dieses Angebot in Anspruch genommen - gerade unter dem Aspekt einer besseren Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Kinderbetreuung muss dies als Erfolg von großer gesellschaftspolitischer Relevanz betrachtet werden", meint Brandsteidl hierzu.

16.000 Tafelklassler starten ins neue Schuljahr

Mit knapp unter 16.000 SchulanfängerInnen entspricht die Zahl der Tafelklassler in Wien auch im Schuljahr 2003/2004 dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Für sie wie für die ca. 200.000 SchülerInnen insgesamt ist auch im kommenden Schuljahr gesichert, dass sie in den (Dank der jahrelangen Bemühungen der Stadt Wiens vor allem im Bereich der Pflichtschule) optimal ausgestatteten Schulen von hervorragenden und engagierten Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet werden. "Dies ist angesichts einer 'Bildungspolitik der verbrannten Erde' durch die Bundesregierung keineswegs selbstverständlich", stellen Laska und Brandsteidl abschließend fest:
"Doch Wien ist anders, bei uns ist Schule das Produkt gemeinsamer Bemühungen von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern unter aktiver Mitwirkung der Gemeinde Wien und - wie das Beispiel KMS zeigt -jenseits ideologischer Gräben getragen von der Kooperationsbereitschaft aller vernünftigen politischen Kräfte."

Statistik

Allgemeine Zahlen:
o September 2003: 15.400 Schulneulinge an öffentlichen und
privaten Volksschulen in Wien
o Schuljahr 2003/04: 88.188 SchülerInnen in 359 Wiener

öffentlichen allgemein bildenden Pflichtschulen; davon: 218 Volksschulen mit 53.268 SchülerInnen in 2.221 Klassen (davon 285 Integrationsklassen mit 1.325 IntegrationsschülerInnen)

o 95 Hauptschulen mit 28.039 SchülerInnen in 1.130 Klassen (davon 331 Integrationsklassen mit 1.723 IntegrationsschülerInnen)
o 38 Sonderschulen mit 3.763 SchülerInnen in 430 Klassen; weitere

3.201 SonderschülerInnen befinden sich in 640 Integrationsklassen an Volks- und Hauptschulen und an

Polytechnischen Schulen
o 8 Polytechnische Schulen mit 3.118 SchülerInnen in 120 Klassen (davon 24 Integrationsklassen mit 153 IntegrationsschülerInnen)
o durchschn. Klassenschülerzahl: 23,98 in öffentlichen

Volksschulen (Schuljahr 1970/71: 32,7) 24,8 in öffentlichen Hauptschulen (Schuljahr 1969/70: 31,1)

o Früh- und Mittagsaufsicht:

Frühaufsicht an 207 Volks- und Sonderschulen (Beaufsichtigung durch LehrerInnen von 7.15-7.45 Uhr).

Mittagsaufsicht an 96 (inkl. IGKL) Schulstandorten (Mittagessen unter Aufsicht von LehrerInnen zur Überbrückung der Zeit bis zu einem allfälligen Nachmittagsunterricht); zusätzlich an 10 Standorten Aufsicht durch Elternverein, finanziert durch MA 56.

o Schulbau:

Erhaltung der Schulgebäude: seit 1988 im Rahmen der Dezentralisierung in Zuständigkeit der Bezirke; Bezirksbudgets für 2003: rund 40 Mio Euro.

Instandhaltungsarbeiten (Dach-, Fenster-, Tür- sowie Fußbodenreparaturen, usw.) kleineren und größeren Umfanges durchgeführt in 59 Schulen, größere Instandsetzungsarbeiten (über 36.000 Euro) in 128 Schulen.

o Schulneu- und zubauten:

Fertigstellungen: 1, Renngasse 20 / Börsegasse 5 (Aufstockung), 2, Vorgartenstraße 208 (Volksschulneubau), 10, Maria Rekker-Gasse 3-5 (Volksschulneubau).

In Bau: 18, Scheibenbergstraße 63 (Zubau zur Volksschule).

Planungen: 10 Schulneu- und -zubauten mit insgesamt 126 Klassen, sonstige Unterrichts- und Freizeiträumen, 4 Turnsäle, 1 Gymnastikraum und 3 Turnhallen.

Im Voranschlag 2003 ist für Schulneu- und -zubauten, für Planungen und für mobile Klassen ein Betrag von rund 18 Mio Euro vorgesehen. (Schluss) eg/ssr

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