ÖGB: Bartenstein nur Verwalter steigender Arbeitslosigkeit

Zahl der jobsuchenden Jugendlichen im August auf dramatischen Höchststand

Wien (ÖGB). "Minister Bartenstein agiert weiter ohne jegliches Konzept gegen die gravierend steigende Arbeitslosigkeit. Der Titel Arbeitslosenminister wäre bei ihm angesichts der Rekordarbeitslosigkeit durchaus angebracht", meinte Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, angesichts der soeben veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für August. ++++

Demnach stieg die Zahl der Jobsuchenden im Vormonat -üblicherweise eine Zeit des Beschäftigungshochs - gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent oder 5.393 Personen auf 205.077. Mit den in Schulung befindlichen 34.681 Menschen (+ 10,6 Prozent), die ebenfalls dringend eine Stelle suchen, sind derzeit 239.758 ÖsterreicherInnen ohne Arbeit. "Und weit und breit ist keine Idee der Regierung erkennbar, wie diese Situation entschärft werden könnte", kritisiert Leutner. Denn selbst zum Vormonat gab es noch eine Zunahme bei den Jobsuchenden um 5.150 Personen oder 2,6 Prozent.

Dramatisch ist auch die Situation der arbeitslosen Jugendlichen unter 25. Bei dieser Altersgruppe gab es die stärkste Zunahme: Im August waren 35.033 (+ 6,7 Prozent) ohne Arbeit, das waren 2.194 Jugendliche mehr als noch im Vergleichsmonat 2002.

Trotz der vollmundigen Aussage der Regierung zur Schaffung von Lehrstellen ist die Situation weiter höchst angespannt. Ende August gab es 9.779 Jugendliche, die dingend einen Lehrplatz suchten, aber nur 3.046 gemeldete offene Lehrstellen. "Ganz offensichtlich greift die so groß angekündigte 'Lehrstellenoffensive' der Regierung nicht. Denn sonst könnte es nicht heuer um 15,2 Prozent mehr Lehrstellensuchende geben, als noch im August des Vorjahrs", sagt Leutner.

Er fordert sofort das Aufgreifen des ÖGB-Vorschlags für ein qualitatives Auffangnetz. "Die von der Regierung geplanten Ausbildung bietet nur eine zehnmonatige Übergangslösung", sagt Leutner. Zusätzlich seien generell mehr Mittel für die Arbeitsmarktpolitik, eine auf 2004 vorgezogene Steuerreform und Investitionen in die Infrastruktur notwendig, um die Arbeitsmarktsituation in den Griff zu bekommen. (fl)

ÖGB, 2. September 2003
Nr. 710

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Fritz Luger
Tel. (++43-1) 534 44/239 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.or.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002